Krise und Krieg in der Ukraine: Ein gordischer Knoten aus Innen- und Geopolitik?

Man könnte die Krise und den Krieg in der Ukraine als Schicksal gewordene Geschichte begreifen*; oder aus ihr die Vorsicht vor voreiligen Schlüssen, vor der Klarheit eines “ja” oder “nein”, eines “für” oder “gegen”, ableiten. Das soll eine solche Antwort nicht von vornherein ausschließen, aber gewährleisten sich mit Sorgfalt und Bedacht den Problemen zu näheren und mitzubedenken, dass Konflikte oder Kriege auch in Kompromisse münden oder auf andere (ausgleichende) Ebenen gehoben werden können. — Womöglich stellen sich mehr Fragen, als man beantworten kann. Mehr von diesem Beitrag lesen

Der Krieg in der Ukraine: Überlegungen zu einer Lösung.

Es mag paradox klingen, aber wäre nicht gerade jetzt, politische und diplomatische Vernunft angenommen, ein Kompromiss zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine möglich? Neben einem sofortigen Waffenstillstand und dessen Sicherstellung durch Truppen der Vereinten Nationen, inklusive Überwachung der Grenze zu Russland, müsste die (von allen Seiten: Ukraine, Russland, USA, EU, NATO, Separatisten und “rechter Sektor” akzeptierte) Verhandlungsgrundlage eine autonome, aber innerhalb der Ukraine verbleibende, im Osten des Landes gelegene Region, sein, also jenes Gebiet, das von den Separatisten beansprucht wurde.

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Langeweile:

Zeit, die nicht hatte sein sollen.

Maxime VI

Dem Superlativ immer, ausnahmslos!, misstrauen.

Da wir häufig nicht überprüfen können, ob er tatsächlich zutrifft und seine Verwendung kaum begründet wird, muss man davon ausgehen, dass er im Dienst des Interesses, der Werbung, der Parteilichkeit und der Unwahrheit, steht.

Pseudonyme im Netz: Wenn ein Teil als Ganzes gilt.

Der Vergleich des Tragens einer Burka in der Öffentlichkeit und der Nutzung eines Pseudonym im Netz ist durchaus erhellend, wenngleich man die verschiedenen sozialen und zwischenmenschlichen Interaktionsmöglichkeiten und weitere Unterschiede berücksichtigen müsste (auch das Verschleierungsverbot in der Öffentlichkeit scheint mir diskutabel).

Leider tut Alan Posener dies nicht und er zieht ebenso wenig in Betracht, dass die Betreiber diverser Plattformen, Blogs und Foren zunächst in die Pflicht zu nehmen wären, denn sie bestimmen die Regeln der Kommunikation (in Hinblick auf etwas wie eine Hausordnung ist der Verweis auf Selbstregulierung falsch, der Vergleich mit Raucher- oder Nichtraucherzimmern in Restaurants wäre allerdings eine nähere Betrachtung wert gewesen). Stattdessen werden (wieder einmal) die pöbelnden Zeitgenossen als Ganzes angesehen und ein Ende der Anonymität im Netz gefordert (über die Konsequenzen in Zeiten rigoroser Datensammlung und Überwachung nachgedacht wird freilich nicht, man hat eher den Eindruck, dass dies als „Überschätzung der eigenen Wichtigkeit abgetan wird“); aber: das jüngst etablierte Recht auf Vergessen hätte dann doch seine Berechtigung. — Auch der Unterschied, dass die Kenntnis des Gesichts eines Gegenübers nicht dasselbe wie eine Identifikation ist, wird übersehen und der Antagonismus Anonymität gegen Nichtanoymität ist in diesem Kontext falsch, weil er per se nichts über die Diskussionskultur aussagt, sie ist etwas das gelernt und gewollt werden muss, erzwungen werden kann sie nicht (in Demokratien zählen nicht Gesichter oder Namen, sondern Argumente).

So bleibt ein wenig durchdachter Text, von dem man den Eindruck hat, dass er von einer Forderung ausgehend geschrieben wurde. — Das ist freilich keine Verteidigung des Schlammwerfens aus der Anonymität, allerdings erscheint es mir als ein Übel, das in Kauf genommen werden muss und als eines, dem man durchaus auf andere Art und Weise begegnen kann (es hätten sich leicht Beispiele dafür finden lassen, dass pöbelnde Kommentare nicht länger toleriert werden, die Zeit etwa entfernt entsprechende Stellen aus den Kommentare und stellt dies aus).

Freiheit…

…ist nichts anderes als das Recht des Individuums gegen das Kollektiv, die Tradition oder die Religion; dieses “frei sein von” schützt es und gibt ihm die Möglichkeit über sich selbst zu bestimmen: Frei zu sein bedeutet, gegen das Unrecht stehen zu können. — Andere Ideen, z.B. jene der Gleichheit vermögen dies nicht. Die Freiheit ist in diesem Sinn fundamental und muss dem Menschen, der in diese Welt unfreiwillig geworfen wird, von allem Anfang an, selbst im Zweifel um ihre Existenz, pragmatisch zugestanden werden.

Darüber darf man allerdings nicht ins Schwärmen geraten und denjenigen nicht trauen, die meinen, dass damit schon allem genüge getan wäre: Damit andere nicht durch Ansprüche oder Akte der Selbstbestimmung (“frei sein für”) ins Unrecht gesetzt werden können, die Möglichkeiten der Selbstbestimmung also für alle erhalten bleiben und Freiheitskonflikte gelöst werden können, benötigen wir Bezugspunkte, weitere Ideen, jenseits der Freiheit, die sie dort beschränken, wo sich die Notwendigkeit dazu zeigt: Sie sind weniger fundamental als die Freiheit, ihr aber partiell übergeordnet.

Viele, aber nicht alle dieser weiteren Ideen, kann man auch als mehr oder weniger starke Beschränkungen der Selbstbestimmung (also wiederum der Freiheit) lesen, sie können aber auch anders begründet werden: Wenn die Unversehrtheit von Leib und Leben eine Idee ist, die die Freiheit möglichst schnell Auto zu fahren einschränkt, dann kann man den Unglücksfall, einen Verletzten oder gar Toten, auch als zu vermeidendes Leid betrachten. — Freiheitsbeschränkungen sind immer von einem Gleichheits- oder Gerechtigkeitsgedanken getragen.

Sehnsucht II

Wie auch immer man sie definiert, stets deutet sie auf das Abwesende (und erschafft das Unvollkommene).

Demokratie…

…bedeutet auch, dass Bewusstseinsveränderungen aus Einsicht, also: freiwillig, erfolgen sollen und dies wiederum: Geduld und Vertrauen.

Sprache ist…

…systemisierte Konvention.

Selbst der Zufall…

…benötigt eine geordnete Welt.

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