Ignoranten…

…sind Leute deren Meinung sich auf Desinteresse der eigentlichen Angelegenheit gegenüber, stützt.

Der Islamische Staat: II. Wie Kriegstreiber “argumentieren”.

Noch mehr als sonst, muss man sich die Argumente derjenigen, die sogenannte militärische Interventionen befürworten, ansehen. Ein Beispiel aus der österreichischen Presse.

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Der Islamische Staat: I. Eine unbeantwortete Frage.

In diesem und den folgenden Texten sollen einige Gedanken und Assoziationen die mit dem ausgerufenen Kalifat (dem Islamischen Staat) im weitesten Sinn in Zusammenhang stehen, formuliert werden, mehr als Thesen und Ausgangspunkte allfälliger Diskussionen, denn als abgeschlossene Überlegungen.

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Big Data…

…steht eigentlich für Methoden (und vor allem: Kapazitäten), die die Analyse von großen Datenmengen ermöglichen; beim Nachdenken über die Folgen und Möglichkeiten, darf man zuerst nicht darauf vergessen, dass Daten (Informationen) Repräsentationen von Eigenschaften realer Objekte oder Lebewesen sind, also das Ergebnis von Messungen oder Schätzungen. Entscheidend ist deren Güte, also wie exakt sie die Eigenschaften, die sie abbilden sollen, auch tatsächlich abbilden (und wie wesentlich diese Exaktheit für das was ich wissen will, ist). Mehr von diesem Beitrag lesen

Kleine Kinder ernstnehmen.

Es klingt zunächst ein wenig seltsam und deplatziert, aber Kinder (vor allem: kleine) muss man, so wie sie sind, ernst nehmen, sonst kann man nicht auf sie eingehen; sonst verschließen sie sich und werden rasch zornig. — Und dieses Ernstnehmen bedeutet auch, dass man nicht abwiegeln kann, sondern erklären und zuhören muss.

Terror…

…entspringt gefühlter oder tatsächlicher (legaler) Macht- und damit: Mittellosigkeit, politischer Ziele willen (gänzlich irrationalen Ursprung einmal ausgeschlossen). Das kann man, Clausewitz paraphrasierend, ebenso wie den Krieg, als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, — nämliche dem gezielten Einsatz von Gewalt unter größtmöglichem Nutzen (der Verbreitung von Angst und Schrecken) –, bezeichnen. Die Unmöglichkeit politisch Erfolg zu haben legitimiert die Gewalt (das äußerste aller Mittel) mehr, als die Ziele selbst oder anders herum: Die Ziele legitimieren die Gewalt nur unter den Bedingungen der politischen Mittellosigkeit. — Im Fall des Kriegs legitimiert immer das Ziel die Mittel; sie sind notwendig um den Unbeugsamen, den Feind, zu beugen, zu unterwerfen und ihm damit die eigenen Vorstellungen von Politik aufzuzwingen (der unausgesprochenen, stattgegebenen Drohung fehlt der Waffengang); im Fall des Terrors ist diese Beugung nur über Angst und Schrecken, also vermittelt oder indirekt möglich; der Terror bezeugt, auch im Gegensatz zum Bürgerkrieg, eine zweifache Ohnmacht (oder Mittelosigkeit): Eine politische und eine der Gewalt (da er nicht direkt beugen kann). Daher seine Heimtücke.

Nachtrag am 13. Oktober: Terror steht hier sinngemäß für Terrorismus.

Der Religion keinen Persilschein ausstellen.

Hamed Abdel-Samad im Interview mit Hans Rauscher, der — wie immer möchte ich fast schreiben — ein fürchterlicher Fragensteller ist; aber Abdel-Samads Antworten sind wichtig, weniger weil er den Islamismus als Faschismus liest, sondern weil er die Politisierung der Religion (von ihrem Anfang an) als Grundübel erkennt und benennt (er ist nicht der Erste, der das tut, Bassam Tibi hat das bereits vor Jahren getan, was wohl von vielen inzwischen vergessen wurde; die Diskussion ist also keineswegs neu, sie muss aber dennoch geführt werden).

Hamed Abdel-Samad konstatiert einen fließenden Übergang zwischen Islam und Islamismus und sieht keine Möglichkeit einer Trennung der beiden (Wer ist ein Islamist? Erst derjenige der anderen Köpfe abschneidet oder schon derjenige der seiner Tochter den Schwimmunterricht oder den Umgang mit Ungläubigen verbietet?). Er sieht die Notwendigkeit einer islamistischen Katastrophe, ähnlich die der europäischen Religionskriege (salopp formuliert: um zur Besinnung zu kommen); der Islamismus müsse eine militärische und moralische Niederlage erleiden, danach könne man ähnlich wie in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Demokratie und Rechtsstaat aufbauen (Marshallplan). Dass das wiederholt gescheitert ist, bleibt außen vor (schleierhaft warum Rauscher da nicht nachhakt): Unausgesprochen bleibt auch, dass hier eine Einsicht erforderlich wäre von der mir nicht ganz klar ist, woher sie kommen soll: Nur weil der Islamismus diskreditiert ist, bedeutet das nicht, dass man sich auch vom Grundübel der politisierten Religion befreit; auch nicht, dass man die sogenannten westlichen Werte übernimmt (deren Instrumentalisierung und einseitige Gültigkeit ja bereits jetzt erkannt werden).

Interessant wäre es gewesen, die eigene verschüttete aufklärerische Tradition wieder frei zu legen und zu beleben, dann wäre vielleicht eine Legitimation jenseits einer bloßen Übernahme “westlicher Werte” möglich (hier liegt m.E. in erster Linie ein Legitimationsproblem vor und tatsächlich ist es verständlich, dass man sich sträubt, die Werte derjenigen zu übernehmen, die durch Interventionen und der Jagd mit Drohnen Interessen durchsetzen und Kollateralschäden in Kauf nehmen und dabei gegen ihre eigenen Werte verstoßen; von der Installation von Marionettenregierungen und anderem, ganz zu schweigen).

Abdel-Samads Modernebegriff erscheint, vielleicht aus Gründen der Gesprächssituation, als etwas eingeschränkt (er bezieht sich vor allem auf den Freiheitsbegriff).

Eine Frage der Angemessenheit. Zum ich-zentrierten Journalismus.

Ob es tatsächlich eine längerfristige, sich steigernde Entwicklung ist, vermag ich trotz regelmäßiger Lektüre in österreichischen und deutschen Qualitätszeitungen nicht zu sagen; dass Formulierungen wie sie Michael Sontheimer in seinem Text in der taz zitiert, immer wieder vorkommen, stimmt, als Beleg für die behauptete Entwicklung genügen seine drei Zitate sicherlich nicht.

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No comment? Ein Vorschlag für die Zusammenführung, Verdichtung und Integration von Online-Kommentaren.

Christoph Kappes fasste in seinem, vor etlichen Tagen veröffentlichtem, Text über Kommentare, Trolle und digitale Kommunikation, die Maßnahmen der Süddeutschen Zeitung in dem folgenden Paradoxon zusammen: »Darf das Meinen (-> Meinungsfreiheit) eingeschränkt werden, um das Meinen (-> Meinungsbildung) sicherzustellen?« Sind also einschränkende Maßnahmen erforderlich um Online-Diskussionen zu ermöglichen, bzw. diese teilweise oder ganz abzuschalten, um einen Raum der Meinungsbildung überhaupt zu erhalten? Ein Recht auf Kommentierung gäbe es nicht1.

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Keine Diskussion…

…ohne Anspruch auf Gültigkeit, auf objektive Existenz des Gesagten: Warum sonst sollte es uns berühren, sollten wir es zurückweisen wollen?

Und vice versa gilt: Auseinandersetzung findet statt erst dort, wo dieser Anspruch nicht immer schon Erfüllung meint, sondern einen möglichen Irrtum mit einschließt.

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