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	<title>Kommentare zu: Sprachregelung</title>
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		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-213</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 08:31:50 +0000</pubDate>
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		<description>Ich verstehe nicht warum Du unbedingt auf einer Vorschrift beharrst, aber wie Du richtig feststellst, ohne Empirie kommen wir nicht weiter.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verstehe nicht warum Du unbedingt auf einer Vorschrift beharrst, aber wie Du richtig feststellst, ohne Empirie kommen wir nicht weiter.</p>
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		<title>Von: mojamalarevolucja</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-210</link>
		<dc:creator>mojamalarevolucja</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 10:17:32 +0000</pubDate>
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		<description>Wie ich oben bereits schrieb entscheiden für mich Vorschriften, die gegen der Willen der Sprecher und Sprecherinnen geltend gemacht werden können. Dass dies nicht der Fall ist, weil wir es mit einer Universität und nicht mit einem Privatunternehmen zu tun haben, versteht sich von selbst.

In der Verbürgung für Gender Mainstreaming kann ich keine Erhöhung des Zwanges für das besprochene Thema sehen. Gender Mainstreaming ist ein idealistischer und kritischer Ansatz, der Sprachleitfaden ist ein konkreter Vorschlag, dem man unter GM Aspekten anwenden, ihm aber auch widersprechen kann, wie ich das beispielsweise tue. 

Wie gesagt, ich halte da weitere Diskussion für sinnlos, weil wir uns mehr und mehr in Spekulation und theoretischen Konstrukten verstricken. Vielleicht könnte man mal Professoren der FH anschreiben und fragen, ob sie den Leitfaden nutzen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ich oben bereits schrieb entscheiden für mich Vorschriften, die gegen der Willen der Sprecher und Sprecherinnen geltend gemacht werden können. Dass dies nicht der Fall ist, weil wir es mit einer Universität und nicht mit einem Privatunternehmen zu tun haben, versteht sich von selbst.</p>
<p>In der Verbürgung für Gender Mainstreaming kann ich keine Erhöhung des Zwanges für das besprochene Thema sehen. Gender Mainstreaming ist ein idealistischer und kritischer Ansatz, der Sprachleitfaden ist ein konkreter Vorschlag, dem man unter GM Aspekten anwenden, ihm aber auch widersprechen kann, wie ich das beispielsweise tue. </p>
<p>Wie gesagt, ich halte da weitere Diskussion für sinnlos, weil wir uns mehr und mehr in Spekulation und theoretischen Konstrukten verstricken. Vielleicht könnte man mal Professoren der FH anschreiben und fragen, ob sie den Leitfaden nutzen.</p>
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		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-209</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 09:25:46 +0000</pubDate>
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		<description>Verstehe ich recht: Du hältst es in unseren Zusammenhang für bedeutungslos, dass Gender Mainstreaming im &lt;a href=&quot;http://www.fh-campuswien.ac.at/die_fh/organisation/leitbild/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Leitbild der FH&lt;/a&gt; explizit festgeschrieben ist? Im Leitbild, nicht im Sprachleitfaden. Dann wären wir tatsächlich am Ende der Diskussion angelangt. 

&lt;i&gt;Vielleicht ist es nach unserer spekulativen Diskussion nun interessanter Empirie zu betreiben und zu fragen, inwiefern sich Menschen tatsächlich von einer derartigen Richtlinie eingeengt fühlen.&lt;/i&gt; Ja, das wäre eine zweifellos eine Möglichkeit der Entscheidung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Verstehe ich recht: Du hältst es in unseren Zusammenhang für bedeutungslos, dass Gender Mainstreaming im <a href="http://www.fh-campuswien.ac.at/die_fh/organisation/leitbild/" rel="nofollow">Leitbild der FH</a> explizit festgeschrieben ist? Im Leitbild, nicht im Sprachleitfaden. Dann wären wir tatsächlich am Ende der Diskussion angelangt. </p>
<p><i>Vielleicht ist es nach unserer spekulativen Diskussion nun interessanter Empirie zu betreiben und zu fragen, inwiefern sich Menschen tatsächlich von einer derartigen Richtlinie eingeengt fühlen.</i> Ja, das wäre eine zweifellos eine Möglichkeit der Entscheidung.</p>
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		<title>Von: mojamalarevolucja</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-206</link>
		<dc:creator>mojamalarevolucja</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 11:29:31 +0000</pubDate>
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		<description>Ich glaube, es macht wenig Sinn da weiter zu diskutieren. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass Richtlinie und Vorschlag für mich NICHT grundsätzlich das Gleiche sind, nur diskutiere ich nicht Worte, sondern Fälle. Richtlinie bedeutet was EU-Politik angeht Pflicht zur Anwendung, hier bedeutet es Toolbox (siehe Zitate oben) und hat nichts mit irgendeiner Verpflichtung zu tun. Ich halte es auch nicht für glaubwürdig, dass sich irgendwelche Professoren, die ohnehin nichts vom &quot;Gendern&quot; halten, sich nun genötigt fühlen, dies doch zu machen, weil der Geschäftsführer der Uni und zwei Magister-Abschlüsslerinnen dies in einer Broschüre vorschlagen. Da kann das Dokument noch zehnmal Leitbild, Leitlinie oder Richtlinie heißen. Die Uni ist kein Privatunternehmen. Du hältst es für realistisch, dass jemand aus Obrigkeitshörigkeit und nicht weil er oder sie es selbst für richtig hält seine Sprache anpasst und eben da sehe ich keine weitere Diskussionsmasse. Dann ist das eben so. 

&lt;blockquote&gt;&lt;blockquote&gt;Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung.&lt;/blockquote&gt; Trotzdem kann und ist sie auch immer persönlicher Ausdruck. Im schönsten Fall Poetik und Literatur. Ich glaube Du missverstehst mich da.&lt;/blockquote&gt;

Natürlich ist Sprache auch IMMER persönlich, nur ändert das nicht an ihrem durch und durch konventionellen Charakter. Das trifft auch für Literatur und Poesie zu. Selbst der Surrealismus (&quot;Karawane&quot; von Hugo Ball ist ein tolles Beispiel) war ein System der Konventionen, kaum anders als bei den Schreibern der Romantik. Das Sagbare und das Unsagbare, Tabu und Cultural Correctness sind Inhalt aller sprachlichen Welten, jeder Kommunikation. Ich habe damit ja nicht gesagt, dass man sich anpassen soll, ganz und gar nicht, lediglich, dass Anpassung ebenso wie Autonomie ein Grundprinzip jeder Sprache ist.

Aber gut, das hat mit der Ausgangsdiskussion wieder sehr wenig zu tun. Ich gleite ins philosophische ab, deswegen belasse ich es erst einmal dabei. Vielleicht ist es nach unserer spekulativen Diskussion nun interessanter Empirie zu betreiben und zu fragen, inwiefern sich Menschen tatsächlich von einer derartigen Richtlinie eingeengt fühlen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube, es macht wenig Sinn da weiter zu diskutieren. Ich habe bereits mehrfach gesagt, dass Richtlinie und Vorschlag für mich NICHT grundsätzlich das Gleiche sind, nur diskutiere ich nicht Worte, sondern Fälle. Richtlinie bedeutet was EU-Politik angeht Pflicht zur Anwendung, hier bedeutet es Toolbox (siehe Zitate oben) und hat nichts mit irgendeiner Verpflichtung zu tun. Ich halte es auch nicht für glaubwürdig, dass sich irgendwelche Professoren, die ohnehin nichts vom &#8222;Gendern&#8220; halten, sich nun genötigt fühlen, dies doch zu machen, weil der Geschäftsführer der Uni und zwei Magister-Abschlüsslerinnen dies in einer Broschüre vorschlagen. Da kann das Dokument noch zehnmal Leitbild, Leitlinie oder Richtlinie heißen. Die Uni ist kein Privatunternehmen. Du hältst es für realistisch, dass jemand aus Obrigkeitshörigkeit und nicht weil er oder sie es selbst für richtig hält seine Sprache anpasst und eben da sehe ich keine weitere Diskussionsmasse. Dann ist das eben so. </p>
<blockquote><blockquote>Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung.</p></blockquote>
<p> Trotzdem kann und ist sie auch immer persönlicher Ausdruck. Im schönsten Fall Poetik und Literatur. Ich glaube Du missverstehst mich da.</p></blockquote>
<p>Natürlich ist Sprache auch IMMER persönlich, nur ändert das nicht an ihrem durch und durch konventionellen Charakter. Das trifft auch für Literatur und Poesie zu. Selbst der Surrealismus (&#8222;Karawane&#8220; von Hugo Ball ist ein tolles Beispiel) war ein System der Konventionen, kaum anders als bei den Schreibern der Romantik. Das Sagbare und das Unsagbare, Tabu und Cultural Correctness sind Inhalt aller sprachlichen Welten, jeder Kommunikation. Ich habe damit ja nicht gesagt, dass man sich anpassen soll, ganz und gar nicht, lediglich, dass Anpassung ebenso wie Autonomie ein Grundprinzip jeder Sprache ist.</p>
<p>Aber gut, das hat mit der Ausgangsdiskussion wieder sehr wenig zu tun. Ich gleite ins philosophische ab, deswegen belasse ich es erst einmal dabei. Vielleicht ist es nach unserer spekulativen Diskussion nun interessanter Empirie zu betreiben und zu fragen, inwiefern sich Menschen tatsächlich von einer derartigen Richtlinie eingeengt fühlen.</p>
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	<item>
		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-205</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 23:05:04 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;i&gt;Es geht mir darum, dass wenn du diese Art der Einflussnahme kritisierst, sie bitte auch an allen anderen Stellen der Gesellschaft gleichwertig kritisierst.&lt;/i&gt; Das gilt aber nur wenn alle Bereiche der Gesellschaft gleichwertig wären. Sind sie aber nicht. 

Dein Punkt 1 ist nicht stimmig, denn im Leitfaden steht klar und deutlich: &lt;i&gt;Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen [...]&lt;/i&gt; Das ist doch kein Vorschlag.

&lt;i&gt;Damit ist erneut nichts über die genaue und beeinflussende Funktionsweise gesagt worden, die du kritisierst.&lt;/i&gt; Was genau willst Du haben? Einen Mechanismus? Für mich stellt der Sprachleitfaden den Versuch einer indirekten Einflussnahme dar. Was ist daran so unverständlich?

Es stimmt, der Geschäftsführer ist kein Chef, aber er ist in einer bedeutenden Position und für die Außenwahrnehmung u.a. verantwortlich. Wofür er steht hat Gewicht. Außerdem wird eine solche Broschüre kaum ohne Zustimmung des Rektors und anderer Personen erscheinen. Das ist jedem Leser klar, vor allem wenn er sich an das &lt;a href=&quot;http://www.fh-campuswien.ac.at/die_fh/organisation/leitbild/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Leitbild der FH&lt;/a&gt; erinnert: &lt;i&gt;Gender Mainstreaming und Diversity Management fließen in alle Bereiche der Lehre, Forschung und Entwicklung ein. Sie bilden auch einen integrierenden Bestandteil der Kommunikation nach innen und außen. Die Fachhochschule nimmt damit auch ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr.&lt;/i&gt; Wenn die Explizitmachung beider Geschlechter im Leitbild der FH festgeschrieben ist, gibt das dem Leitfaden zusätzliches Gewicht. Es ist also keineswegs so, dass der Leitfaden belang- und haltlos im Raum steht. 

Ich verstehe nicht warum Du einen Mechanismus &quot;es bürgert sich ein&quot; grundsätzlich als gut ansehen kannst, ohne auf einen Sachverhalt Bezug zu nehmen.

&lt;i&gt;Es gibt meines Erachtens keine Gründe zu glauben, weswegen irgendjemand aus Angst vor der Autorität der Universität anfangen würde die vorgeschlagenen Wendungen zu nutzen.&lt;/i&gt; Auch im Hinblick auf das Leitbild?

&lt;i&gt;Es kann durchaus vorkommen, dass ein Mensch einen anderen unbewusst angreift und es meines Erachtens vollkommen legitim, dass dieser Mensch auch darauf hingewiesen wird, dass er dies das nächste Mal besser nicht machen sollte.&lt;/i&gt; Genau das schrieb ich im Folgesatz. Ich glaube nicht, dass es hier Differenzen gibt.

&lt;i&gt;Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung.&lt;/i&gt; Trotzdem kann und ist sie auch immer persönlicher Ausdruck. Im schönsten Fall Poetik und Literatur. Ich glaube Du missverstehst mich da.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>Es geht mir darum, dass wenn du diese Art der Einflussnahme kritisierst, sie bitte auch an allen anderen Stellen der Gesellschaft gleichwertig kritisierst.</i> Das gilt aber nur wenn alle Bereiche der Gesellschaft gleichwertig wären. Sind sie aber nicht. </p>
<p>Dein Punkt 1 ist nicht stimmig, denn im Leitfaden steht klar und deutlich: <i>Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen [...]</i> Das ist doch kein Vorschlag.</p>
<p><i>Damit ist erneut nichts über die genaue und beeinflussende Funktionsweise gesagt worden, die du kritisierst.</i> Was genau willst Du haben? Einen Mechanismus? Für mich stellt der Sprachleitfaden den Versuch einer indirekten Einflussnahme dar. Was ist daran so unverständlich?</p>
<p>Es stimmt, der Geschäftsführer ist kein Chef, aber er ist in einer bedeutenden Position und für die Außenwahrnehmung u.a. verantwortlich. Wofür er steht hat Gewicht. Außerdem wird eine solche Broschüre kaum ohne Zustimmung des Rektors und anderer Personen erscheinen. Das ist jedem Leser klar, vor allem wenn er sich an das <a href="http://www.fh-campuswien.ac.at/die_fh/organisation/leitbild/" rel="nofollow">Leitbild der FH</a> erinnert: <i>Gender Mainstreaming und Diversity Management fließen in alle Bereiche der Lehre, Forschung und Entwicklung ein. Sie bilden auch einen integrierenden Bestandteil der Kommunikation nach innen und außen. Die Fachhochschule nimmt damit auch ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr.</i> Wenn die Explizitmachung beider Geschlechter im Leitbild der FH festgeschrieben ist, gibt das dem Leitfaden zusätzliches Gewicht. Es ist also keineswegs so, dass der Leitfaden belang- und haltlos im Raum steht. </p>
<p>Ich verstehe nicht warum Du einen Mechanismus &#8222;es bürgert sich ein&#8220; grundsätzlich als gut ansehen kannst, ohne auf einen Sachverhalt Bezug zu nehmen.</p>
<p><i>Es gibt meines Erachtens keine Gründe zu glauben, weswegen irgendjemand aus Angst vor der Autorität der Universität anfangen würde die vorgeschlagenen Wendungen zu nutzen.</i> Auch im Hinblick auf das Leitbild?</p>
<p><i>Es kann durchaus vorkommen, dass ein Mensch einen anderen unbewusst angreift und es meines Erachtens vollkommen legitim, dass dieser Mensch auch darauf hingewiesen wird, dass er dies das nächste Mal besser nicht machen sollte.</i> Genau das schrieb ich im Folgesatz. Ich glaube nicht, dass es hier Differenzen gibt.</p>
<p><i>Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung.</i> Trotzdem kann und ist sie auch immer persönlicher Ausdruck. Im schönsten Fall Poetik und Literatur. Ich glaube Du missverstehst mich da.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: mojamalarevolucja</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-204</link>
		<dc:creator>mojamalarevolucja</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 02:17:09 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Feststellungen es gäbe etwas wie Sand am Meer nichts zu einer Rechtfertigung beitragen können.&lt;/blockquote&gt;

Du verstehst mich falsch, wenn du meinst, es ginge mir hier darum, indirekte Einflussnahme GENERELL zu legitimieren, indem ich aufzeige, dass sie an vielen anderen Stellen unserer Gesellschaft vollkommen selbstverständlich vorkommt (und ja, es sind sehr sehr viele Stellen). Es geht mir darum, dass wenn du diese Art der Einflussnahme kritisierst, sie bitte auch an allen anderen Stellen der Gesellschaft gleichwertig kritisierst. Dann habe ich damit kein Problem. Ein Problem habe ich nur, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird. 
Die meisten politischen Reden bestehen darin, dass sie versuchen Richtlinien zu setzen, z.B. durch Wendungen wie &quot;Es darf nicht sein, dass...&quot;, &quot;Es ist ungerecht, dass&quot;, &quot;So ist das&quot; (ein Favorit Schröders). Hier existiert in gleicher Weise der Versuch bestimmte &quot;Wörter&quot; (in der Politik sind es meistens komplexere &quot;Wortkonstellationen&quot; oder &quot;Argumentationslinien) in den Diskurs zu übernehmen. Exakt das gleiche passiert in Werbekonzepten, passiert in jeder Diskussion, die darauf angelegt ist, die Bedeutung der Worte bei anderen zu verändern (ich tue das z.B. momentan mit dem Ziel meine Einwände verständlicher zu machen und man könnte es ebenso machen, um den anderen dazu zu bringen die eigene Meinung zu übernehmen). Ich habe mich darüber gewundert, weswegen du diese Richtlinie so betont behandelst und das liegt wohl daran, dass ich dieser Art der Einflussnahme zwar nicht unbedenklich gegenüberstehe, sie aber unvermeidbar und bis zu einem gewissen Grad sogar wünschenswert finde. 

Ich hatte dich gefragt, was diese Art der &quot;indirekten Einflussnahme&quot; für dich so qualitativ anders macht und du hast mir geantwortet &quot;dass zwischen “Regulierung” und “neutraler Information” genügend “Raum” für Abstufungen besteht, er sich als ein Kontinuum darstellt.&quot;
Damit ist erneut nichts über die genaue und beeinflussende Funktionsweise gesagt worden, die du kritisierst. Du scheinst zu argumentieren, dass das Verwerfliche darin bestünde, dass es Abhängigkeitsverhältnisse gibt, die in diesem Fall die Menschen zur Anwendung &quot;bringen&quot; (das würdest du wohl eher als &quot;zwingen&quot; sagen). Du argumentierst:

&lt;blockquote&gt;Stell Dir vor der Chef eines Unternehmens sagt zu seinen Mitarbeitern, ich hätte gerne wenn ihr in Zukunft x statt y macht. Nun, wie viele Mitarbeiter mach es? Wohl die meisten.&lt;/blockquote&gt;

Dieses Beispiel ist zunächst eine ungerechtfertigte Modellierung des Beispiels:
1. Der Chef würde gemäß dem Beispiel der Richtlinie eher sagen: &quot;Hier sind einige Vorschläge, die Ihnen dabei dienen könnten, sich geschlechtergerecht auszudrücken. Wir hoffen Sie finden Verwendung dafür.&quot; (dein Beispiel ist definitiv eine Weisung, wenn auch höflich formuliert)
2. Ist das Verhältnis des Geschäftsführers(!) in nicht annähernder Weise mit dem Wort eines Chefs zu vergleichen, zumal es sich hier nur um ein Vorwort handelt, das Dokument selbst hat keinerlei universitätstechnische Bedeutung. 
3. Selbst wenn der Rektor dieses Dokument verabschiedet hätte wäre die Geltung nicht mit den Worten eines Chefs, oder Vorstands oder des führenden Personals zu vergleichen, denn in der Universität (und ich denke, das weißt du) existieren keine derartigen Hierarchiestrukturen auf oberster Ebene und infolgedessen auch keine entsprechenden Abhängigkeitsverhältnisse. Auf Institutsebene könnte derartiges evtl. geschehen, aber auch hier arbeitet kein Dekan (falls du gegenläufige Beispiele hast lausche ich mit offenem Ohr) einfach ohne eine gewisse Rückendeckung der Räte.
Ein Chef hat in den meisten Fällen unmittelbaren Einfluss auf die Verlängerung der geltenden Verträge. In der Universität sieht das bezüglich der Professuren vollkommen anders aus, als in der freien Wirtschaft. Auch hier: Keine annähernd vergleichbaren Abhängigkeitsverhältnisse.

Ich halte das Beispiel aufgrund dessen für einen ungerechtfertigten Vergleich. Übrigens:

&lt;blockquote&gt;Oder es wird langsam Gewohnheit, es schleppt sich ein, &lt;/blockquote&gt;

Wäre dies der Fall fände ich es überhaupt nicht bedenklich. Im Gegenteil. Wenn sich eine Sprachweise einschleppt (ich würde weniger pejorativ &#039;enbürgert&#039; sagen) kann ich darin beim besten Willen nichts Falsches sehen. Sprache ist in den meisten Fällen alles andere als bewusst, ist meistens eben nicht künstlich und das ist auch gut so - wie du ja selbst weiter oben argumentiert hast.

In der von dir zitierten Stelle hättest du das &quot;dienen&quot; hervorheben können, du hättest sogar das &quot;soll&quot; hervorheben können. Der Geschäftsführer und das Personal, welches sich mit der Anfertigung des Richtliniendokuments beschäftigt haben können noch hundertmal sagen, wozu ihrer Meinung nach dieses Dokument dem anderen Lehrpersonal dienen soll. Es gibt meines Erachtens keine Gründe zu glauben, weswegen irgendjemand aus Angst vor der Autorität der Universität anfangen würde die vorgeschlagenen Wendungen zu nutzen. Besteht dagegen ein Interesse daran, so kann man es als eben genau das verstehen, als das es sich selbst auch deklariert: Eine Toolbox. Nach wie vor sehe ich nicht, wo hier die Lehre an auch nur einer Stelle betroffen wäre. Deine Argumentation basiert meines Erachtens auf radikalen Auslegungen des Geschriebenen. Ich werde nicht behaupten, dass ich das Geschriebene so interpretieren kann, wie es gemeint war, aber ich finde die Behauptung, hier sei die kritische Auseinandersetzung durch ein Dokument gefährdet, das vermutlich kaum einer liest, der sich nicht ohnehin für Gendertheories interessiert.
Das von dir aufgestellte Postulat...

&lt;blockquote&gt;Jeder sollte seine persönliche Sprache wählen dürfen und können. &lt;/blockquote&gt;

...kann ich voll und ganz teilen und sehe es auch in keinster Weise im Widerspruch zum besprochene Dokument. Deine Fortführung ...

&lt;blockquote&gt;a noch mehr: Er sollte - im Hinblick auf seinen Sprachgebrauch - auch nicht aufgefordert, angehalten, oder auf andere Art und Weise hingewiesen, oder ihm etwas nahegelegt werden.&lt;/blockquote&gt;

...kann ich dagegen nicht zustimmen. Sprache ist immer auch politisch und das Gesprochene hat immer variierende Bedeutung für andere Menschen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Mensch einen anderen unbewusst angreift und es meines Erachtens vollkommen legitim, dass dieser Mensch auch darauf hingewiesen wird, dass er dies das nächste Mal besser nicht machen sollte. Überhaupt scheint es mir widersprüchlich die Freiheit des Einzelnen in Bezug auf Sprache zu betonen. Es gibt kein gesellschaftliches Element, dass seine Existenz mehr aus der Gesellschaft (und nicht aus dem Individuum) bezieht. Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung. Nur so kann es überhaupt Verständnis geben. Ein Mensch, der seine Sprache ausschließlich am eigenen Maß anpasst, möchte sich nicht mitteilen, sondern über andere bestimmen.   

Ich frage mich, warum wir hier nicht JEDE Art der orthografischen Normung kritisieren, denn hier gibt es nicht nur eine sehr starke indirekte Normung (wer nicht so schreibt, wie die Norm es will bekommt kaum einen Job oder fliegt raus) als auch institutionelle Normung (z.B. in Bildungseinrichtungen). Das wäre wenigstens ein wirklicher Fall, nicht wie die Vorschläge zweier M.A., von denen du meinst, sie hätten einen Einfluss auf Professoren, die die vorgeschlagenen Wendungen nicht annehmen wollen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Feststellungen es gäbe etwas wie Sand am Meer nichts zu einer Rechtfertigung beitragen können.</p></blockquote>
<p>Du verstehst mich falsch, wenn du meinst, es ginge mir hier darum, indirekte Einflussnahme GENERELL zu legitimieren, indem ich aufzeige, dass sie an vielen anderen Stellen unserer Gesellschaft vollkommen selbstverständlich vorkommt (und ja, es sind sehr sehr viele Stellen). Es geht mir darum, dass wenn du diese Art der Einflussnahme kritisierst, sie bitte auch an allen anderen Stellen der Gesellschaft gleichwertig kritisierst. Dann habe ich damit kein Problem. Ein Problem habe ich nur, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.<br />
Die meisten politischen Reden bestehen darin, dass sie versuchen Richtlinien zu setzen, z.B. durch Wendungen wie &#8222;Es darf nicht sein, dass&#8230;&#8220;, &#8222;Es ist ungerecht, dass&#8220;, &#8222;So ist das&#8220; (ein Favorit Schröders). Hier existiert in gleicher Weise der Versuch bestimmte &#8222;Wörter&#8220; (in der Politik sind es meistens komplexere &#8222;Wortkonstellationen&#8220; oder &#8222;Argumentationslinien) in den Diskurs zu übernehmen. Exakt das gleiche passiert in Werbekonzepten, passiert in jeder Diskussion, die darauf angelegt ist, die Bedeutung der Worte bei anderen zu verändern (ich tue das z.B. momentan mit dem Ziel meine Einwände verständlicher zu machen und man könnte es ebenso machen, um den anderen dazu zu bringen die eigene Meinung zu übernehmen). Ich habe mich darüber gewundert, weswegen du diese Richtlinie so betont behandelst und das liegt wohl daran, dass ich dieser Art der Einflussnahme zwar nicht unbedenklich gegenüberstehe, sie aber unvermeidbar und bis zu einem gewissen Grad sogar wünschenswert finde. </p>
<p>Ich hatte dich gefragt, was diese Art der &#8222;indirekten Einflussnahme&#8220; für dich so qualitativ anders macht und du hast mir geantwortet &#8222;dass zwischen “Regulierung” und “neutraler Information” genügend “Raum” für Abstufungen besteht, er sich als ein Kontinuum darstellt.&#8220;<br />
Damit ist erneut nichts über die genaue und beeinflussende Funktionsweise gesagt worden, die du kritisierst. Du scheinst zu argumentieren, dass das Verwerfliche darin bestünde, dass es Abhängigkeitsverhältnisse gibt, die in diesem Fall die Menschen zur Anwendung &#8222;bringen&#8220; (das würdest du wohl eher als &#8222;zwingen&#8220; sagen). Du argumentierst:</p>
<blockquote><p>Stell Dir vor der Chef eines Unternehmens sagt zu seinen Mitarbeitern, ich hätte gerne wenn ihr in Zukunft x statt y macht. Nun, wie viele Mitarbeiter mach es? Wohl die meisten.</p></blockquote>
<p>Dieses Beispiel ist zunächst eine ungerechtfertigte Modellierung des Beispiels:<br />
1. Der Chef würde gemäß dem Beispiel der Richtlinie eher sagen: &#8222;Hier sind einige Vorschläge, die Ihnen dabei dienen könnten, sich geschlechtergerecht auszudrücken. Wir hoffen Sie finden Verwendung dafür.&#8220; (dein Beispiel ist definitiv eine Weisung, wenn auch höflich formuliert)<br />
2. Ist das Verhältnis des Geschäftsführers(!) in nicht annähernder Weise mit dem Wort eines Chefs zu vergleichen, zumal es sich hier nur um ein Vorwort handelt, das Dokument selbst hat keinerlei universitätstechnische Bedeutung.<br />
3. Selbst wenn der Rektor dieses Dokument verabschiedet hätte wäre die Geltung nicht mit den Worten eines Chefs, oder Vorstands oder des führenden Personals zu vergleichen, denn in der Universität (und ich denke, das weißt du) existieren keine derartigen Hierarchiestrukturen auf oberster Ebene und infolgedessen auch keine entsprechenden Abhängigkeitsverhältnisse. Auf Institutsebene könnte derartiges evtl. geschehen, aber auch hier arbeitet kein Dekan (falls du gegenläufige Beispiele hast lausche ich mit offenem Ohr) einfach ohne eine gewisse Rückendeckung der Räte.<br />
Ein Chef hat in den meisten Fällen unmittelbaren Einfluss auf die Verlängerung der geltenden Verträge. In der Universität sieht das bezüglich der Professuren vollkommen anders aus, als in der freien Wirtschaft. Auch hier: Keine annähernd vergleichbaren Abhängigkeitsverhältnisse.</p>
<p>Ich halte das Beispiel aufgrund dessen für einen ungerechtfertigten Vergleich. Übrigens:</p>
<blockquote><p>Oder es wird langsam Gewohnheit, es schleppt sich ein, </p></blockquote>
<p>Wäre dies der Fall fände ich es überhaupt nicht bedenklich. Im Gegenteil. Wenn sich eine Sprachweise einschleppt (ich würde weniger pejorativ &#8216;enbürgert&#8217; sagen) kann ich darin beim besten Willen nichts Falsches sehen. Sprache ist in den meisten Fällen alles andere als bewusst, ist meistens eben nicht künstlich und das ist auch gut so &#8211; wie du ja selbst weiter oben argumentiert hast.</p>
<p>In der von dir zitierten Stelle hättest du das &#8222;dienen&#8220; hervorheben können, du hättest sogar das &#8222;soll&#8220; hervorheben können. Der Geschäftsführer und das Personal, welches sich mit der Anfertigung des Richtliniendokuments beschäftigt haben können noch hundertmal sagen, wozu ihrer Meinung nach dieses Dokument dem anderen Lehrpersonal dienen soll. Es gibt meines Erachtens keine Gründe zu glauben, weswegen irgendjemand aus Angst vor der Autorität der Universität anfangen würde die vorgeschlagenen Wendungen zu nutzen. Besteht dagegen ein Interesse daran, so kann man es als eben genau das verstehen, als das es sich selbst auch deklariert: Eine Toolbox. Nach wie vor sehe ich nicht, wo hier die Lehre an auch nur einer Stelle betroffen wäre. Deine Argumentation basiert meines Erachtens auf radikalen Auslegungen des Geschriebenen. Ich werde nicht behaupten, dass ich das Geschriebene so interpretieren kann, wie es gemeint war, aber ich finde die Behauptung, hier sei die kritische Auseinandersetzung durch ein Dokument gefährdet, das vermutlich kaum einer liest, der sich nicht ohnehin für Gendertheories interessiert.<br />
Das von dir aufgestellte Postulat&#8230;</p>
<blockquote><p>Jeder sollte seine persönliche Sprache wählen dürfen und können. </p></blockquote>
<p>&#8230;kann ich voll und ganz teilen und sehe es auch in keinster Weise im Widerspruch zum besprochene Dokument. Deine Fortführung &#8230;</p>
<blockquote><p>a noch mehr: Er sollte &#8211; im Hinblick auf seinen Sprachgebrauch &#8211; auch nicht aufgefordert, angehalten, oder auf andere Art und Weise hingewiesen, oder ihm etwas nahegelegt werden.</p></blockquote>
<p>&#8230;kann ich dagegen nicht zustimmen. Sprache ist immer auch politisch und das Gesprochene hat immer variierende Bedeutung für andere Menschen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Mensch einen anderen unbewusst angreift und es meines Erachtens vollkommen legitim, dass dieser Mensch auch darauf hingewiesen wird, dass er dies das nächste Mal besser nicht machen sollte. Überhaupt scheint es mir widersprüchlich die Freiheit des Einzelnen in Bezug auf Sprache zu betonen. Es gibt kein gesellschaftliches Element, dass seine Existenz mehr aus der Gesellschaft (und nicht aus dem Individuum) bezieht. Sprache ist schon wegen ihrer Substanz durch und durch gesellschaftlich und funktioniert durch gegenseitige Regulierung und Anpassung. Nur so kann es überhaupt Verständnis geben. Ein Mensch, der seine Sprache ausschließlich am eigenen Maß anpasst, möchte sich nicht mitteilen, sondern über andere bestimmen.   </p>
<p>Ich frage mich, warum wir hier nicht JEDE Art der orthografischen Normung kritisieren, denn hier gibt es nicht nur eine sehr starke indirekte Normung (wer nicht so schreibt, wie die Norm es will bekommt kaum einen Job oder fliegt raus) als auch institutionelle Normung (z.B. in Bildungseinrichtungen). Das wäre wenigstens ein wirklicher Fall, nicht wie die Vorschläge zweier M.A., von denen du meinst, sie hätten einen Einfluss auf Professoren, die die vorgeschlagenen Wendungen nicht annehmen wollen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-203</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 22:33:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-203</guid>
		<description>Nachgereicht - vielleicht wird meine Position dadurch verständlicher: Ich habe immer wieder in Diskussionen im Netz die Erfahrung gemacht, dass (nicht an bestimmte Themen, Fragen u.ä. geknüpft) Klagen wie &quot;man möge doch nicht so viele Fremdwörter verwenden&quot;, oder &quot;doch bitte einfacher schreiben&quot;, von den Betroffenen als befremdlich, verletzend und deplatziert erfahren wurden (zurecht wie ich meine). Jeder sollte seine persönliche Sprache wählen dürfen und können. Ja noch mehr: Er sollte - im Hinblick auf seinen Sprachgebrauch - auch nicht aufgefordert, angehalten, oder auf andere Art und Weise hingewiesen, oder ihm etwas nahegelegt werden. Selbstverständlich: Gegen Diskussionen in der Öffentlichkeit, oder auch wie wir das hier tun, ist nichts einzuwenden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachgereicht &#8211; vielleicht wird meine Position dadurch verständlicher: Ich habe immer wieder in Diskussionen im Netz die Erfahrung gemacht, dass (nicht an bestimmte Themen, Fragen u.ä. geknüpft) Klagen wie &#8222;man möge doch nicht so viele Fremdwörter verwenden&#8220;, oder &#8222;doch bitte einfacher schreiben&#8220;, von den Betroffenen als befremdlich, verletzend und deplatziert erfahren wurden (zurecht wie ich meine). Jeder sollte seine persönliche Sprache wählen dürfen und können. Ja noch mehr: Er sollte &#8211; im Hinblick auf seinen Sprachgebrauch &#8211; auch nicht aufgefordert, angehalten, oder auf andere Art und Weise hingewiesen, oder ihm etwas nahegelegt werden. Selbstverständlich: Gegen Diskussionen in der Öffentlichkeit, oder auch wie wir das hier tun, ist nichts einzuwenden.</p>
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	<item>
		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-202</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 21:56:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-202</guid>
		<description>Tut mir leid, im Moment bin ich &quot;unfähig&quot; regelmäßig zu antworten...

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Feststellungen es gäbe etwas wie &lt;i&gt;Sand am Meer&lt;/i&gt; nichts zu einer Rechtfertigung beitragen können. Auch ist die faktische Regulierungskraft nur ein bedingt gültiges Argument (wenn jemand etwa Falschinformation betreibt, rechtfertigen wir sein Vorgehen auch nicht durch mangelnde Regulierung, ganz im Gegenteil). 

Ich glaube es ist evident, dass zwischen &quot;Regulierung&quot; und &quot;neutraler Information&quot; genügend &quot;Raum&quot; für Abstufungen besteht, er sich als ein Kontinuum darstellt. Und wie viel mit einer genauen Definition gewonnen ist? Aber Du triffst es mit indirekter Einflussnahme ganz gut (und ich wüsste nicht, warum ich die per se verharmlosen sollte). Stell Dir vor der Chef eines Unternehmens sagt zu seinen Mitarbeitern, ich hätte gerne wenn ihr in Zukunft x statt y macht. Nun, wie viele Mitarbeiter mach es? Wohl die meisten. Oder es wird langsam Gewohnheit, es schleppt sich ein, und plötzlich machen es alle, und &quot;keiner&quot; hat darüber nachgedacht. z.B. ganz wie Du schreibst: &lt;i&gt;Meinst du, die Dozenten fühlen sich durch diese Richtlinie zur Anwendung genötigt, weil sie keine Querschläger seien wollen? Oder dass sie ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden an das der Richtlinie anpassen [...]&lt;/i&gt; 

Zu einer bloßen Beantwortung von Fragen, passt diese auch schon oben zitierte Stelle nicht: &lt;i&gt;Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen&lt;/i&gt;. Ich halte das für unzulässig, und betrachte es als einen Eingriff in eine, auch privat-persönliche Spähre; das ist mit einem Auftrag zur Lehre, und mit kritischer Auseinandersetzung unvereinbar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tut mir leid, im Moment bin ich &#8222;unfähig&#8220; regelmäßig zu antworten&#8230;</p>
<p>Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass Feststellungen es gäbe etwas wie <i>Sand am Meer</i> nichts zu einer Rechtfertigung beitragen können. Auch ist die faktische Regulierungskraft nur ein bedingt gültiges Argument (wenn jemand etwa Falschinformation betreibt, rechtfertigen wir sein Vorgehen auch nicht durch mangelnde Regulierung, ganz im Gegenteil). </p>
<p>Ich glaube es ist evident, dass zwischen &#8222;Regulierung&#8220; und &#8222;neutraler Information&#8220; genügend &#8222;Raum&#8220; für Abstufungen besteht, er sich als ein Kontinuum darstellt. Und wie viel mit einer genauen Definition gewonnen ist? Aber Du triffst es mit indirekter Einflussnahme ganz gut (und ich wüsste nicht, warum ich die per se verharmlosen sollte). Stell Dir vor der Chef eines Unternehmens sagt zu seinen Mitarbeitern, ich hätte gerne wenn ihr in Zukunft x statt y macht. Nun, wie viele Mitarbeiter mach es? Wohl die meisten. Oder es wird langsam Gewohnheit, es schleppt sich ein, und plötzlich machen es alle, und &#8222;keiner&#8220; hat darüber nachgedacht. z.B. ganz wie Du schreibst: <i>Meinst du, die Dozenten fühlen sich durch diese Richtlinie zur Anwendung genötigt, weil sie keine Querschläger seien wollen? Oder dass sie ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden an das der Richtlinie anpassen [...]</i> </p>
<p>Zu einer bloßen Beantwortung von Fragen, passt diese auch schon oben zitierte Stelle nicht: <i>Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen</i>. Ich halte das für unzulässig, und betrachte es als einen Eingriff in eine, auch privat-persönliche Spähre; das ist mit einem Auftrag zur Lehre, und mit kritischer Auseinandersetzung unvereinbar.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: mojamalarevolucja</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-200</link>
		<dc:creator>mojamalarevolucja</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 00:52:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-200</guid>
		<description>Ich habe deinen Punkt durchaus verstanden und der Grund weswegen ich &quot;Werbung&quot; angeführt habe, ist, dass es sich bei Werbung in den von mir genannten Fällen ebenfalls um klar intentionale Kommunikation handelt. Ich will keine Debatte führen, was für Folgen es hätte, wenn man versuchen würde jegliche Art von Werbung/Anwerbung/Umwerbung/kommunikative Strategien der Normierung aus dem öffentlichen Raum zu bannen. Das würde in Freundeskreisen und auf dem Schulhof anfangen und an Hochhauswänden enden. Ich stehe dem - aber ich denke, das weißt du mittlerweile - grundsätzlich kritisch gegenüber, halte es aber auch für keine Alternative zu versuchen derartige Kommunikationsstrategien auszuschließen. Deinen Punkt a, halte ich daher für vollkommen unproblematisch, solange keine faktische politische Regulierungskraft dahinter steckt und die Entscheidung über Verwendung oder Nicht-Verwendung allen Beteiligten nach wie vor selbst obliegt. 

Deinen Einwand, dass man im Rektorat ja auch zu Unparteilichkeit gezwungen sei, lasse ich gelten. Allerdings ist das Führungspersonal der Universität nicht zur apolitischen Haltung gezwungen, sofern die Forschung nicht dadurch beeinträchtigt wird (was deinen eigenen Aussagen zur Folge ja der Fall ist, denn nach denen handelt es sich beim &#039;gendern&#039; um nichts Substanzielles). 

Ich hatte mehrfach gefragt, was denn die Richtlinie deiner Meinung nach ist, wenn nicht Angebot/Tool/Information. Ich habe von deiner Einschätzung zwar mittlerweile in etwa eine Vorstellung, aber ganz klar ist es mir dennoch nicht, weil du die Definition durch Exklusion vornimmst (&quot;Das ist keine Vorschrift, aber eben auch nicht bloße Information.&quot;). Ich denke, du würdest es als Substantiv am ehesten &#039;indirekte Einflussnahme&#039; nennen (&quot;Hier werden klare Intentionen formuliert und versucht Einfluss zu nehmen.&quot;), aber vielleicht hast du einen besseren Vorschlag, denn indirekte Einflussnahmen gibt es wie Sand am Meer (noch mehr als das, was ich als &#039;Werbung&#039; bezeichnet hatte). 

Mich würde interessieren, wie du dir diesen Einfluss konkret vorstellst. Meinst du, die Dozenten fühlen sich durch diese Richtlinie zur Anwendung genötigt, weil sie keine Querschläger seien wollen? Oder dass sie ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden an das der Richtlinie anpassen, weil der Rektor schreibt &quot;Ich bedanke mich für Ihr bisheriges Engagement und bitte um Ihre Unterstützung, das Sichtbarmachen von Frauen und Männern als Mittel zur Gleichberechtigung und Gleichstellung in unserer »FH Campus Wien-Kultur«&quot;. Wo genau siehst du die Einschränkung der Souveränität aller Beteiligten? 

Ich weise erneut darauf hin, dass der &#039;Leitfaden&#039; auch als &#039;Tool&#039; und &#039;Sprachführer&#039; bezeichnet wird, und explizit zur Beantwortung von Fragen dienen(!) soll, weswegen ich die Interpretation einer ungerechtfertigten Einflussnahme (dein Punkt b) nach wie vor nicht nachvollziehen kann. 

Wenn von einer &#039;freiwilligen Selbstverpflichtung&#039; die Rede wäre, dann könnten wir die Sache dahingehend diskutieren. Ich sehe sehr wohl die Möglichkeit ohne politisch-institutionelle Regelungen Macht auszuüben, aber in diesem Fall würde mich wirklich sehr interessieren, welchen konkreten Machtflüsse du siehst. 

Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn mir jemand erzählen möchte, was &quot;wirklich&quot; gerecht ist und was &quot;gerechte Sprache&quot; ist bzw. nicht ist. Das habe ich, denke ich genug zum Ausdruck gemacht, als ich deine Argumentation zur Verwendung des generischen Maskulin angegriffen habe, der ja ebenfalls eine eigene Gerechtigkeitsvorstellung zu Grunde liegt. Und natürlich stößt es mir etwas auf, wenn ich sehe, dass bei der Produktion eines solchen Werkes zur Gleichberechtigung nur Fraugen beteiligt waren. Nur ist es eben nur eines von unzähligen Dokumenten (zumal ein kaum wissenschaftliches), das von zwei M.A. angefertigt wurde. Dass dort eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema &#039;gendern - ja oder nein&#039; (dein Punkt c) liegt natürlich daran, dass das Dokument eine Anleitung für das &#039;gendern&#039; ist, sich die Frage also in diesem Kontext gar nicht erst stellt.  Dass dieses Dokument effektive mehr sein kann (oder sogar will) als bloße Information/Angebot/Tool, halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Ich rede von faktischer Einflussnahme, nicht von einer Einflussnahme, die unter Umständen im Namen mitschwingt. Vielleicht rührt unser Dissens hier, ich weiß es nicht. Es wäre praktisch, wenn du den Weg der Einflussnahme, den du kritisch findest, genauer beschreibst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe deinen Punkt durchaus verstanden und der Grund weswegen ich &#8222;Werbung&#8220; angeführt habe, ist, dass es sich bei Werbung in den von mir genannten Fällen ebenfalls um klar intentionale Kommunikation handelt. Ich will keine Debatte führen, was für Folgen es hätte, wenn man versuchen würde jegliche Art von Werbung/Anwerbung/Umwerbung/kommunikative Strategien der Normierung aus dem öffentlichen Raum zu bannen. Das würde in Freundeskreisen und auf dem Schulhof anfangen und an Hochhauswänden enden. Ich stehe dem &#8211; aber ich denke, das weißt du mittlerweile &#8211; grundsätzlich kritisch gegenüber, halte es aber auch für keine Alternative zu versuchen derartige Kommunikationsstrategien auszuschließen. Deinen Punkt a, halte ich daher für vollkommen unproblematisch, solange keine faktische politische Regulierungskraft dahinter steckt und die Entscheidung über Verwendung oder Nicht-Verwendung allen Beteiligten nach wie vor selbst obliegt. </p>
<p>Deinen Einwand, dass man im Rektorat ja auch zu Unparteilichkeit gezwungen sei, lasse ich gelten. Allerdings ist das Führungspersonal der Universität nicht zur apolitischen Haltung gezwungen, sofern die Forschung nicht dadurch beeinträchtigt wird (was deinen eigenen Aussagen zur Folge ja der Fall ist, denn nach denen handelt es sich beim &#8216;gendern&#8217; um nichts Substanzielles). </p>
<p>Ich hatte mehrfach gefragt, was denn die Richtlinie deiner Meinung nach ist, wenn nicht Angebot/Tool/Information. Ich habe von deiner Einschätzung zwar mittlerweile in etwa eine Vorstellung, aber ganz klar ist es mir dennoch nicht, weil du die Definition durch Exklusion vornimmst (&#8222;Das ist keine Vorschrift, aber eben auch nicht bloße Information.&#8220;). Ich denke, du würdest es als Substantiv am ehesten &#8216;indirekte Einflussnahme&#8217; nennen (&#8222;Hier werden klare Intentionen formuliert und versucht Einfluss zu nehmen.&#8220;), aber vielleicht hast du einen besseren Vorschlag, denn indirekte Einflussnahmen gibt es wie Sand am Meer (noch mehr als das, was ich als &#8216;Werbung&#8217; bezeichnet hatte). </p>
<p>Mich würde interessieren, wie du dir diesen Einfluss konkret vorstellst. Meinst du, die Dozenten fühlen sich durch diese Richtlinie zur Anwendung genötigt, weil sie keine Querschläger seien wollen? Oder dass sie ihr eigenes Gerechtigkeitsempfinden an das der Richtlinie anpassen, weil der Rektor schreibt &#8222;Ich bedanke mich für Ihr bisheriges Engagement und bitte um Ihre Unterstützung, das Sichtbarmachen von Frauen und Männern als Mittel zur Gleichberechtigung und Gleichstellung in unserer »FH Campus Wien-Kultur«&#8220;. Wo genau siehst du die Einschränkung der Souveränität aller Beteiligten? </p>
<p>Ich weise erneut darauf hin, dass der &#8216;Leitfaden&#8217; auch als &#8216;Tool&#8217; und &#8216;Sprachführer&#8217; bezeichnet wird, und explizit zur Beantwortung von Fragen dienen(!) soll, weswegen ich die Interpretation einer ungerechtfertigten Einflussnahme (dein Punkt b) nach wie vor nicht nachvollziehen kann. </p>
<p>Wenn von einer &#8216;freiwilligen Selbstverpflichtung&#8217; die Rede wäre, dann könnten wir die Sache dahingehend diskutieren. Ich sehe sehr wohl die Möglichkeit ohne politisch-institutionelle Regelungen Macht auszuüben, aber in diesem Fall würde mich wirklich sehr interessieren, welchen konkreten Machtflüsse du siehst. </p>
<p>Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn mir jemand erzählen möchte, was &#8222;wirklich&#8220; gerecht ist und was &#8222;gerechte Sprache&#8220; ist bzw. nicht ist. Das habe ich, denke ich genug zum Ausdruck gemacht, als ich deine Argumentation zur Verwendung des generischen Maskulin angegriffen habe, der ja ebenfalls eine eigene Gerechtigkeitsvorstellung zu Grunde liegt. Und natürlich stößt es mir etwas auf, wenn ich sehe, dass bei der Produktion eines solchen Werkes zur Gleichberechtigung nur Fraugen beteiligt waren. Nur ist es eben nur eines von unzähligen Dokumenten (zumal ein kaum wissenschaftliches), das von zwei M.A. angefertigt wurde. Dass dort eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema &#8216;gendern &#8211; ja oder nein&#8217; (dein Punkt c) liegt natürlich daran, dass das Dokument eine Anleitung für das &#8216;gendern&#8217; ist, sich die Frage also in diesem Kontext gar nicht erst stellt.  Dass dieses Dokument effektive mehr sein kann (oder sogar will) als bloße Information/Angebot/Tool, halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Ich rede von faktischer Einflussnahme, nicht von einer Einflussnahme, die unter Umständen im Namen mitschwingt. Vielleicht rührt unser Dissens hier, ich weiß es nicht. Es wäre praktisch, wenn du den Weg der Einflussnahme, den du kritisch findest, genauer beschreibst.</p>
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		<title>Von: metepsilonema</title>
		<link>http://metepsilonema.wordpress.com/2007/12/09/sprachregelung/#comment-199</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 21:01:19 +0000</pubDate>
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		<description>@mojamalarevolucja

Naja, das Beispiel Werbung hast Du ins Feld geführt ... aber ich betone noch einmal, dass es nicht darauf ankommt ob etwas generell unentbehrlich ist, oder nicht. Wenn etwas allgemeinen zulässig ist, dann heißt das nicht, dass es keine Einschränkungen gibt, darüber müssen wir nicht streiten, oder? Das heißt ein Ort, und das ist in unserem Fall eine Bildungs- bzw. Ausbildungsstätte kann einen speziellen Rahmen darstellen. Wenn etwa politische Werbung akzeptiert wird, heißt das nicht, dass Professoren ihre Vorlesungen dafür nutzen sollten. Es geht also darum, ob der Sprachleitfaden in diesem speziellen Kontext, angemessen ist. Ich meine nein, weil es sich hier um einen äußerst sensiblen Bereich handelt, den auszugestalten jedem Lehrveranstaltungsleitenden persönlich frei gestellt sein sollte (frei im Sinne von freier Lehre). Anleitungen halte ich deshalb für fehl am Platz. Warum ich den Sprachleitfaden für mehr als bloße Information halte, sei noch einmal kurz zusammengefasst (wir müssen einander im übrigen auch nicht überzeugen, wenn jeder seine Argumente dargelegt hat, kann jeder, auch Unbeteiligte, für sich entscheiden, wer seinen Standpunkt besser untermauert hat):

a) Der Titel lautet &quot;Sprachleitfaden&quot; und nicht &quot;Informationsbroschüre für geschlechtergerechtes sprechen&quot;. Hier zeigt sich bereits eine deutliche Intention, die über bloße neutral-sachliche Information hinausgeht. Der Untertitel legt noch einmal nach: &lt;i&gt;Geschlechtergerechter Sprachgebrauch an der FH Campus Wien&lt;/i&gt;. 

b) Dito im Vorwort: &lt;i&gt;Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen und ein Mittel sein, um die Werte der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung sowohl nach innen als auch nach außen zu dokumentieren. Außerdem soll er bewirken, dass Schriftstücke der FH Campus Wien in der Öffentlichkeit als einheitlich wahrgenommen werden.&lt;/i&gt; Und abschließend: &lt;i&gt;Ich bedanke mich für Ihr bisheriges Engagement und bitte um Ihre Unterstützung, das Sichtbarmachen von Frauen und Männern als Mittel zur Gleichberechtigung und Gleichstellung in unserer »FH Campus Wien-Kultur« zu verankern.&lt;/i&gt; Das ist keine Vorschrift, aber eben auch nicht bloße Information. Hier werden klare Intentionen formuliert und versucht Einfluss zu nehmen. Das ist nicht generell anrüchig, in diesem Kontext aber problematisch.

c) Der Leitfaden diskutiert das Thema nicht allgemein um eine Auseinandersetzung anzustoßen, oder zu informieren, sondern er stellt dezidiert fest, wie geschlechtergerechtes Sprechen, Schreiben, und eine entsprechende Bildgestaltung aussehen soll.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@mojamalarevolucja</p>
<p>Naja, das Beispiel Werbung hast Du ins Feld geführt &#8230; aber ich betone noch einmal, dass es nicht darauf ankommt ob etwas generell unentbehrlich ist, oder nicht. Wenn etwas allgemeinen zulässig ist, dann heißt das nicht, dass es keine Einschränkungen gibt, darüber müssen wir nicht streiten, oder? Das heißt ein Ort, und das ist in unserem Fall eine Bildungs- bzw. Ausbildungsstätte kann einen speziellen Rahmen darstellen. Wenn etwa politische Werbung akzeptiert wird, heißt das nicht, dass Professoren ihre Vorlesungen dafür nutzen sollten. Es geht also darum, ob der Sprachleitfaden in diesem speziellen Kontext, angemessen ist. Ich meine nein, weil es sich hier um einen äußerst sensiblen Bereich handelt, den auszugestalten jedem Lehrveranstaltungsleitenden persönlich frei gestellt sein sollte (frei im Sinne von freier Lehre). Anleitungen halte ich deshalb für fehl am Platz. Warum ich den Sprachleitfaden für mehr als bloße Information halte, sei noch einmal kurz zusammengefasst (wir müssen einander im übrigen auch nicht überzeugen, wenn jeder seine Argumente dargelegt hat, kann jeder, auch Unbeteiligte, für sich entscheiden, wer seinen Standpunkt besser untermauert hat):</p>
<p>a) Der Titel lautet &#8222;Sprachleitfaden&#8220; und nicht &#8222;Informationsbroschüre für geschlechtergerechtes sprechen&#8220;. Hier zeigt sich bereits eine deutliche Intention, die über bloße neutral-sachliche Information hinausgeht. Der Untertitel legt noch einmal nach: <i>Geschlechtergerechter Sprachgebrauch an der FH Campus Wien</i>. </p>
<p>b) Dito im Vorwort: <i>Er soll Ihnen als Richtlinie für die Verwendung von geschlechtergerechter Sprache in allen Ihren Schriftstücken dienen und ein Mittel sein, um die Werte der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung sowohl nach innen als auch nach außen zu dokumentieren. Außerdem soll er bewirken, dass Schriftstücke der FH Campus Wien in der Öffentlichkeit als einheitlich wahrgenommen werden.</i> Und abschließend: <i>Ich bedanke mich für Ihr bisheriges Engagement und bitte um Ihre Unterstützung, das Sichtbarmachen von Frauen und Männern als Mittel zur Gleichberechtigung und Gleichstellung in unserer »FH Campus Wien-Kultur« zu verankern.</i> Das ist keine Vorschrift, aber eben auch nicht bloße Information. Hier werden klare Intentionen formuliert und versucht Einfluss zu nehmen. Das ist nicht generell anrüchig, in diesem Kontext aber problematisch.</p>
<p>c) Der Leitfaden diskutiert das Thema nicht allgemein um eine Auseinandersetzung anzustoßen, oder zu informieren, sondern er stellt dezidiert fest, wie geschlechtergerechtes Sprechen, Schreiben, und eine entsprechende Bildgestaltung aussehen soll.</p>
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