Makulatur

Studium und Bildung.

Verfasst von metepsilonema am 1. November 2009

Universitäten sind Bildungseinrichtungen. Aber ein Studium absolviert zu haben, bedeutet nicht gebildet zu sein.

Das Wort Bildung impliziert universell, allgemein. Von jemandem der gebildet ist, erwarten wir nicht bloß spezielle Kenntnisse, sondern etwas das darüber hinaus geht, das sie gleichsam transzendiert. Wir nennen jemanden nicht deswegen gebildet, weil er Philosophie studiert hat, oder Medizin, oder Ingenieurwissenschaften. Sondern weil er ebendiese Beschränkung durchbrochen hat, weil er auch über Wissen in anderen Gebieten verfügt und dieses kreativ nutzt.

Um sich zu bilden, braucht man nicht unbedingt Universitäten, aber zweifellos erleichtern sie das Unterfangen. Wenn man den Willen dazu hat.

6 Antworten zu “Studium und Bildung.”

  1. willyam sagte

    Antionio Gramsci hat das mal auf die passende Formulierung gebracht: Seiner Einschätzung nach hat jede Person intellektuelle und rationelle Talente, aber nicht jeder hat auch die gesellschaftliche Funktion eines Intellektuellen …

    • Vermutlich hat Gramsci diese Talente abgestuft (mehr oder weniger stark ausgeprägt bzw. entwickelt) verstanden, oder?

    • willyam sagte

      Nee. Genau gegen diese Idee der Ausprägung hat sich Gramsci vehement gestellt. Seiner (und meiner) Auffassung nach kann ein „einfacher“ Arbeiter so intellektuell sein wie Prof. Dr. Dr. So-Und-So. Gramsci beharrt darauf, dass man sie lediglich ihrer gesellschaftlichen Funktion nach unterscheiden sollte: der eine „arbeitet“ in einem kleinen Handwerksbetrieb, der andere „lehrt“ an der Universität – ein Umstand, der allerdings nichts per se über das „Talent“ des Akademikers aussagen muss. Formalqualifikation adé, sozusagen. ;-)

      • Unabhängig von Intelligenz und Begabung?

      • willyam sagte

        Ja und nein. Der Punkt ist, dass eine Feuilletonistin bei der F.A.Z. nicht schon qua Funktion als Feulletonistin bei der F.A.Z. eine Intellektuelle sein muss, und ein Arbeiter kein Intellektueller sein kann, weil er Arbeiter ist. Intelligenz und Begabung spielen die entscheidende Rolle, spiegeln sich aber (leider) keineswegs in den sozialen Hierarchien …

      • Der Punkt ist, dass eine Feuilletonistin bei der F.A.Z. nicht schon qua Funktion als Feulletonistin bei der F.A.Z. eine Intellektuelle sein muss, und ein Arbeiter kein Intellektueller sein kann, weil er Arbeiter ist. Das sehe ich genauso. Ergänzend stehen neben Begabung und Intelligenz noch Übung und Umfeld.

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