Freundschaft

Das ist echte Freundschaft,
kann man dem anderen sagen
all sein Inneres;
kein wahrer Freund ist,
wer nur Erwünschtes sagt,
am gefährlichsten Falschheit ist.

Die Lehren an Loddfafnir, Str. 16

Die Höflichkeit zielt auf alle, die Freundschaft, die Liebe ist, nur auf wenige. Daran wollen wir sie messen.

Widerspruch bloß zu dulden, hieße die Freundschaft missverstehen; ihn zu wollen, heißt sie bejahen!

Unsere Freude hat ihre Ursache in der stimmigen Gesamtheit des anderen, die auch seine Fehler mit einschließt. Freundschaft ist wechselseitig zu denken: Ein Mangel an Vertrauen, ist immer auch ein Mangel an Liebe. Ein Mangel, den die Höflichkeit unkenntlich macht, und im selben Moment verrät.

Seine Frage war unangenehm, aber zugleich freute sie mich.

Es gibt keinen Zwang und auch keine Pflicht zur Wahrheit. Wir unterwerfen uns ihr freiwillig, oder dem, was wir für sie halten. Zwänge uns die Wahrheit ihr zu folgen, dann läge unsere Größe eher darin, ihr zu widersprechen, als zu gehorchen.

Wenn wir etwas als wahr erkannt haben, warum sollten wir es denjenigen, die wir lieben, vorenthalten?

Wenn er doch öfter sein Haar wusch.

Fehlt uns der Mut? Das Selbstbewusstsein? Sind wir peinlich berührt? Gewiss, das sind gewichtige Gründe, aber können sie neben dem bestehen, was wir Liebe nennen? Sollen wir den Augenblick, in dem alles zusammenfallen könnte, und der nicht wieder kommt, verstreichen lassen?

Die Dankbarkeit unserer Freunde, ist die Offenheit, die sie uns schenken.

Advertisements

2 Antworten zu “Freundschaft

  1. 1leben 18. Dezember 2007 um 7:13 pm

    Für mich hat sich wahre Freundschaft gezeigt, als ich in die schwerste Krise meines Lebens kam. Da war sie einfach da und half – einfach so – einander die Wahrheit sagen und nichts beschönigen, das ist für mich die Grundvoraussetzung , um überhaupt in Betracht zu ziehen, eine Freundschaft zu beginnen.

  2. metepsilonema 18. Dezember 2007 um 11:26 pm

    Grundvoraussetzung

    Meiner Erfahrung nach entwickelt sich Freundschaft; sie ist selten „einfach da“. Daher ist die Wahrheit zu der Freunde sich bekennen, mehr Resultat eines Prozesses als Voraussetzung.

    Zuerst tastet man einander ab, nähert sich, Schritt für Schritt. Ich fände es sogar seltsam, erzählte mir jemand „all sein inneres“ beim ersten Zusammentreffen. Insofern berührt man den anderen, wenn es weh tut (und das tut die Wahrheit oft), erst ab dem Zeitpunkt wo genug Vertrauen vorhanden ist. Diese Berührung ist selbstverständlich eine andere, als eine simple Kränkung o.ä. (die auch weh tut).

    Aber ich kenne den Kontext (die Krise) nicht (um nicht missverstehen zu werden: ich will das auch gar nicht), und es ist gut möglich, dass Freundschaft, die eine Zeit lang schlummerte, mit einem Mal ans Licht tritt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: