Studium und Bildung.

Universitäten sind Bildungseinrichtungen. Aber ein Studium absolviert zu haben, bedeutet nicht gebildet zu sein.

Das Wort Bildung impliziert universell, allgemein. Von jemandem der gebildet ist, erwarten wir nicht bloß spezielle Kenntnisse, sondern etwas das darüber hinaus geht, das sie gleichsam transzendiert. Wir nennen jemanden nicht deswegen gebildet, weil er Philosophie studiert hat, oder Medizin, oder Ingenieurwissenschaften. Sondern weil er ebendiese Beschränkung durchbrochen hat, weil er auch über Wissen in anderen Gebieten verfügt und dieses kreativ nutzt.

Um sich zu bilden, braucht man nicht unbedingt Universitäten, aber zweifellos erleichtern sie das Unterfangen. Wenn man den Willen dazu hat.

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6 Antworten zu “Studium und Bildung.

  1. willyam 16. November 2009 um 12:09 pm

    Antionio Gramsci hat das mal auf die passende Formulierung gebracht: Seiner Einschätzung nach hat jede Person intellektuelle und rationelle Talente, aber nicht jeder hat auch die gesellschaftliche Funktion eines Intellektuellen …

    • metepsilonema 17. November 2009 um 11:18 pm

      Vermutlich hat Gramsci diese Talente abgestuft (mehr oder weniger stark ausgeprägt bzw. entwickelt) verstanden, oder?

    • willyam 20. November 2009 um 3:09 pm

      Nee. Genau gegen diese Idee der Ausprägung hat sich Gramsci vehement gestellt. Seiner (und meiner) Auffassung nach kann ein „einfacher“ Arbeiter so intellektuell sein wie Prof. Dr. Dr. So-Und-So. Gramsci beharrt darauf, dass man sie lediglich ihrer gesellschaftlichen Funktion nach unterscheiden sollte: der eine „arbeitet“ in einem kleinen Handwerksbetrieb, der andere „lehrt“ an der Universität – ein Umstand, der allerdings nichts per se über das „Talent“ des Akademikers aussagen muss. Formalqualifikation adé, sozusagen. ;-)

      • metepsilonema 20. November 2009 um 8:49 pm

        Unabhängig von Intelligenz und Begabung?

      • willyam 21. November 2009 um 12:03 pm

        Ja und nein. Der Punkt ist, dass eine Feuilletonistin bei der F.A.Z. nicht schon qua Funktion als Feulletonistin bei der F.A.Z. eine Intellektuelle sein muss, und ein Arbeiter kein Intellektueller sein kann, weil er Arbeiter ist. Intelligenz und Begabung spielen die entscheidende Rolle, spiegeln sich aber (leider) keineswegs in den sozialen Hierarchien …

      • metepsilonema 22. November 2009 um 5:47 pm

        Der Punkt ist, dass eine Feuilletonistin bei der F.A.Z. nicht schon qua Funktion als Feulletonistin bei der F.A.Z. eine Intellektuelle sein muss, und ein Arbeiter kein Intellektueller sein kann, weil er Arbeiter ist. Das sehe ich genauso. Ergänzend stehen neben Begabung und Intelligenz noch Übung und Umfeld.

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