Gespenster

Heute Abend traf ich Gespenster; wie Menschen sahen sie aus, und alle Straßen waren voll.
Das Licht fiel schräg, und die Häuser warfen lange Schatten, und jeder irrte auf seinem Weg, einem Ziel hinterher. Ja, sie irrten, sie liefen durcheinander, fast übereinander, und bemerkten es nicht.
Und inmitten der Geister erblickte ich einen, der mir lieb war, und der wie alle anderen, mit geradem Blick, und mechanischen Bewegungen vorwärts schritt.
Sie konnte mich nicht sehen; näher, ich musste näher heran, aber als ich ihr Blickfeld betrat, mit meiner Hand, und der Tasche wedelnd, bemerkte sie nichts.
Was ist wenn wir alle so geistlos streben, wenn wir nicht bemerken wer neben uns steht? Ich hielt, und erschrocken sah ich ihr nach, aber dann lief ich hinterher, an ihre Seite, und fasste sie an. Ich riss sie zu mir, und kniff sie ins Fleisch.
Ihre Züge regten sich, ihr Mund wanderte aufwärts, und ihre Falten, die Falten…! Sie schoben sich zu dem Stern zusammen, den ich kannte und liebte. Hallo, sagte sie, und grinste mich an. Sie fühlte wieder, und lebte.

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2 Antworten zu “Gespenster

  1. Blogozentriker 22. Juli 2010 um 9:54 am

    Müsste es nicht heißen: „Ihre MundWINKEL wanderten aufwärts“?

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