Ein älterer Herr. Ein Modernist.

— Romantik, das ist,… ICH KÖNNTE AUS DER HAUT FAHREN!
Das Alte, Verstaubte, ihm gilt alles! So treiben wir den letzten Modernisten vor uns her.
— Ha! Ich werde…!
Was? Zugeben, dass sie verloren haben? Nein, die Modernisten leugnen ja bis zu Letzt, Uneinsichtigkeit ist ihr Prinzip. Aber sehen sie sich um wie ruhig man es aufgenommen hat: Wenn ich ROMANTIK sage, dann rührt sich außer ihnen niemand, es lockt keinen hinter dem Ofen hervor, eine Stille, diese ganze Welt ist zu Ruhe gekommen. DAS IST DIE NEUE ZEIT!
— Sie haben aufgegeben, sie leugnen rundheraus, dass sie Menschen sind. Welcher Mensch ist ohne Widerstand, frage ich sie?
Wo waren sie eigentlich, als wir den Tempel stürmten und die Götzen nieder warfen? Haben sie gebetet?
— Im Namen des POP und noch widerwärtigerem hat man gehandelt, ich muss tatsächlich froh sein, dass sie hier nur den Romantiker mimen, die hatten gegenüber ihren Kollegen vom POP noch Anstand, obwohl dieser Hoffmann auch mit einem Weinglas in der Hand über ein Schlachtfeld gestiefelt ist…
Ja was haben sie denn geglaubt? Dass wir gläubig auf die Marmortafeln starren, während sie ihre Gebote hinein gravieren? Was sollten wir tun, als sie umzuwerfen, dem POP zu huldigen oder ROMANTIK zu rufen!
— Sie hätten sich, wie alle übrigen dem huldvollen Dienst…
Selbstvernatürlich! Wir machen das heute selbst, ohne Priester, falls sie das noch nicht verstanden haben. Jeder kann, und jeder darf es. Wir gravieren auch nicht mehr…
— …sondern suhlen uns im Schlamm. DAS IST BARBAREI.
Sehen Sie, das ist der Unterschied…!
— Was?
WIR haben es nicht notwendig andere als Barbaren zu bezeichnen.

* * *

Verschräkungshinweis.

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4 Antworten zu “Ein älterer Herr. Ein Modernist.

  1. metepsilonema 8. März 2011 um 11:53 am

    Noch einen Fehler in der Reihenfolge der Sprechenden behoben und kursiv gesetzt.

  2. Albogin F. Edelweiß 8. März 2011 um 5:21 pm

    Na ja. Sich selbst kommentieren. Ob das so die feine englische Art ist? Hm.

    • metepsilonema 8. März 2011 um 11:09 pm

      Ich bin kein Engländer. Aber verzweifelt.

      • phorkyas 9. März 2011 um 1:23 am

        Über Verzweiflung, die Krankheit zum Tode, wusste Herr Kierkegaard auch gut bescheid, aber hier fast vielleicht auch:
        „Ich sage von meinem Kummer, was der Engländer von seinem Hause sagt: mein Kummer is my castle. Viele Menschen betrachten es als eine der Bequemlichkeiten des Lebens, Kummer zu haben.
        (Naja, pastt net so janz..)

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