Bühne, Ideal und Literatur

Literatur, vielleicht Kunst überhaupt, findet ihre Bedingtheit im Idealismus auch dort, wo sie nur eine Bühne für das Darzubietende benötigt: Die alltäglichste Alltäglichkeit noch, muss, um Kunst sein zu können, ebendieser entrissen werden.

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5 Antworten zu “Bühne, Ideal und Literatur

  1. blogozentriker 19. Dezember 2011 um 6:28 pm

    Diesen Beitrag verstehe ich nicht. Ich versteh ihn einfach nicht …

    • metepsilonema 23. Dezember 2011 um 11:54 pm

      Vielleicht ist es krumm oder um die Ecke gedacht … Literatur ist in dem Sinn idealisiert, dass sie etwas darstellt, dass sich so nicht ereignet hat, ereignen wird oder kann — sie ist das Gegenteil des Alltäglichen, besonders, herausragend, etc. Will ich aber das Alltägliche selbst zu Kunst machen, dann geht das nicht ohne das Ansehen, die Plattform, die „Bühne“, die Kunst und Literatur implizit bereithalten — Duchamps ready-mades, von denen wir unlängst sprachen, tun doch genau das: Sie nutzen die „Bühne“ des Kunstmuseums, um ihre Wirkung zu entfalten und kommen nicht ohne sie aus.

  2. blogozentriker 24. Dezember 2011 um 1:00 pm

    Nein, was ich meinte, war: Der Beitrag war so seltsam-verquollen konstruiert, dass ich ihn rein akustisch nicht verstanden habe! (Ich glaube auch fast, dass ein Bezug nicht stimmt; so steht da nämlich: „Das Alltäglichste noch muss der Kunst entrissen werden, um diese sein zu können.“ Oder das ist so spitzfindig, dass es einen eigenen Absatz verdient hätte. Im Sinne von: Wenn das, was heute als Kunst rezipiert wird, wirklich Kunst ist, muss man eben der Kunst aus dem Wege gehen, um sie zu schaffen.) Sonst sind wir ja d’accord, als große Fans von Boris Groys‘ ÜBER DAS NEUE.

    Wie auch immer: Frohes Fest, mete! Von Herzen. Das Weihnachtsfest ist ja nur zu oft eine Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass nicht alles, was auf Bühnen (der Aufmerksamkeit) gehievt wird, Kunst ist.

    PS: Wie fändst Du diese Prägung: „Kunst spielt im Überraum der Ideale selbst dann, wenn es diesen tatsächlich nicht geben sollte“?

    • metepsilonema 27. Dezember 2011 um 9:39 pm

      Die alltäglichste Alltäglichkeit noch, muss, um Kunst sein zu können, ebendieser entrissen werden. Soll heißen: Die alltäglichste Alltäglichkeit noch, muss, um Kunst sein zu können, der Alltäglichkeit entrissen werden. (Wie auch immer: Wenn man es so übersetzt, hast Du recht, es ist verquollen konstruiert.) — Prinzipiell d’accord, ja.

      Dir auch ein frohes Fest, im Nachhinein! Auch eine Gelegenheit festzustellen, dass man das nicht immer so einfach sagen kann, bzw. die Kanonisierung einem diese Entscheidung abnimmt — vielleicht mehr von den Werken und weniger von der Kunst sprechen.

      Hm, warum „Überraum“ und nicht nur „Raum“ oder „Sphäre“? [Ironisiert könnte man schreiben: Selbst wenn die Requisiten nicht mehr vorhanden sind, spielt die Kunst noch in den Räumen des Idealen.]

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