Maxime I

Dem Betrieb nur so wenig nachgeben wie irgendwie möglich.

Definition: Betrieb, der; auch Betriebsamkeit, die: Routiniertes Rotieren, begleitet von einem Zustand gefühlter Leere; am Laufen halten was einen am Laufen hält; funktionieren; sehenden Auges das Notwendig-unerquickliche tun; verbraucht werden und nichts zurückerhalten; nicht allen Eingebundenen erscheint er gleich; das Gegenteil von Fülle; Zweckmäßigkeit.

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5 Antworten zu “Maxime I

  1. Pingback: Maxime II « Makulatur

  2. Phorkyas 8. März 2012 um 5:33 pm

    Was mich an diesem Begriff stört: 1) Er ist offensichtlich ein Kampfbegriff. Negative Eigenschaften bitte hineintüten, das Positive für die noch unbesetzte Gegenseite freihalten (aka das wahre Schriftstellertum). [Jetzt etwas zugespitzt.] 2) Die in der Luft liegende Behauptung der Betrieb mache unsre Körper hohl, mag ich so noch nicht unterstützen. Ist es nicht auch so, dass wir diese Substanzlosigkeit in sie hineinsehen, in die sogenannten „Betriebsnudeln“; ist der Vorwurf der Leere nicht ebenso leer, d.h. unfähig bei uns Substanz zu erzeugen, nur weil wir sie anderen absprechen. 3) Die Kategorien wie Leere und Fülle sind relativ. Ein Pop-Lied, das ich als leere Trällerei empfinde, mag den nächsten erfüllen. (Akzeptanz der anderen Welten?)

    • metepsilonema 8. März 2012 um 7:15 pm

      Ich will den Begriff rechtfertigen, als eine Beschreibung wie man (tagtäglich) Handlungen vollführen kann. Ich meine damit nicht mehr als dass jeder, so er will, das tun soll, wozu er eine innere Beziehung aufbauen kann, die ihn reicher macht. Das muss kein wahres Schriftstellertum sein, überhaupt nicht (klar: unserer Welt gemäß). Ich will auch nicht in die Klage von der Schlechtheit unserer Welt verfallen, aber wäre das nicht ein brauchbares Maß? Zumindest um einer anderen Klage zu begegnen, derjenigen, dass einen die Arbeit verbraucht, dass man sich eingespannt fühlt, dass man muss obwohl man nicht will, usw., der ich immer wieder begegne?

      Kämpferisch, ja, soweit man das will. Muss man das nicht manchmal?

      • Phorkyas 9. März 2012 um 1:59 pm

        Ok, in dieser tastend-kämpferischen Weise habe ich gar nichts einzuwenden; Erfüllung und Sinn auch im Alltag, der Arbeit zu finden, sie diesen zu entringen (wobei ich aber auch Routinetätigkeiten nicht per se schlecht reden wollen würde).

        {Das ist fast eine Richtungsfrage? Was mir missfällt ist von ‚außen‘ all den Betriebsrotierern auf die Nase binden zu wollen, wie doof sie doch sind, um sich so selbst zu erheben; als Steppenwolf, Künstler, Boheme, Avantgarde – besser erscheint es mir sich von ‚innen‘ zu diesen zu gesellen und zu sehen, ob es nicht einen Weg, eine kleine Fabel aus dem Mäuse/Hamsterrad hinaus gibt}

        PS. Sorry, für das Kommentarbombardement. Die sollten keinen Druck aufbauen. Just some random thoughts. Zur Konvergenz der Welten wollt ich mich aber wohl demnächst noch kohärenter äußern, falls das gelingt.

      • metepsilonema 9. März 2012 um 3:27 pm

        Vielleicht noch zu Klärung: Maxime meint hier etwas wie persönlichen Leitsatz. Man kann vereinfacht sagen, dass ich eine bestimmte Art zu Handeln für unbefriedigend halte und daher zurückdrängen möchte, wo sie überhand nimmt.

        Was noch hinzu kommt ist, dass ich den Eindruck habe, dass es auch anderen so geht (was zu diskutieren wäre).

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