Die Wahrheit über Bob Macha. Ein Interview.

Sie gelten als der Macher schlechthin. Nomen est omen, Herr Macha?

Selbstverständlich. Meine Eltern warfen einen Dreissigseiter auf den Sie die Buchstaben des Alphabets geschrieben hatten. Alles, werter Herr Bornstein, ist Produkt des Zufalls. Alles. Aber viel wichtiger sind Furcht und Schrecken, die meinen Namen umgeben.

Ein Mahmud Ahmadinedschad der Literatur?

Ich bin, freilich, subtiler, pointierter, auf andere Art und Weise grausam.

Inwiefern? Ich finde Sie eigentlich ganz nett.

Lesen Sie den blogozentriker?

Aber ja! Ich finde ihn witzig! Aber es gibt zweifellos Menschen, die…

Mir ist keiner bekannt.

Nun, Sie kommen auch kaum aus Ihrem Turm. Aber…

Schnauze! Vergessen Sie, was Ihre Kollegen so schreiben, denen geht es, wie Ihnen, nur um Geld und Quote. Oder warum interviewen Sie mich? Sie könnten sich ebenso ’nen Porno ‚reinziehen.

Äh, also, und wie ist das bei Ihnen? Da geht es doch auch ums Geld oder?

Haben Sie jemals für eine blogozentrische Zeile bezahlt?

Hm…

Eben!

Aber wie finanzieren Sie sich, immerhin besitzen Sie einen großkotzigen Turm und ein aufdringliches Designerbüro.

Wir betreiben eine Agentur, nebenbei.

Ich verstehe.

Oh nein. Das tun Sie nicht.

Dann erklären Sie es mir!

Nö.

Herr Macha, sie sagten eingangs man hasse Sie, warum?

Auch das sollte Ihnen bekannt sein. Ich erzeuge, was als nicht erzeugbar gilt: Literatur am Fließband, nach Rezept und niemand kann Ihren Charakter bestreiten. Verstehen Sie das? Ich breche nicht nur ein Tabu, ich tue etwas, das seit über zweitausend Jahren als unmöglich gilt. Und nebenbei verhöhne ich die, die dasselbe tun, nur dass diese eben keine Literatur schaffen, Leute wie Sie. Auch Sie haben bereits begonnen mich zu hassen.

Aber Herr Macha…!

Lügen Sie nicht! Ich sehe es an Ihren Augen. Und daran, wie sie ihren Bleistift aufsetzen, das ist die dritte Miene, die Sie innerhalb von vier Minuten zerdrückt haben.

Aber… doch nur ein klein wenig, das nehmen Sie mir gewiss nicht übel.

Ich nehme es niemand übel. Ich weiß, dass ich Existenzen angreife und an den Rand des Abgrunds treibe. Manchmal auch hinein. Deshalb hasst man mich. Und dann gibt es noch die, um den vorigen Gedanken zu vollenden, die ich verhöhne, weil sie Reiterstandbildliteratur produzieren.

Teuflisch!

Ich bin der Teufel.

Oh!

Ja: Oh!

Reiterstandbildliteratur… können Sie?

Klar. Aber nur weil Sie es sind.

Danke.

Bedanken Sie sich erst wenn Sie aus meinem Turm entlasse und Sie wieder unten auf der Straße sind. Los! Gehen Sie!

Nein, bitte, eine, ich meine, zwei Fragen noch!

Gut. Aber bloß Ihres treuherzig-dümmlichen Blicks wegen. Sie passten gut…

Äh, wohin?

Ihre Frage, Herr Bornstein!

Ich würde trotzdem gerne…

Ich sage es ihnen hinterher.

Äh, gut, ich, was ist das Ziel ihres Projekts?

Das Zerstörungswerk fortzusetzen. Alle Literatur muss zu Grunde gerichtet werden, bis nur mehr die blogozentrische bleibt. Danach wird es eine Geburt geben, eine neue Literatur wird auferstehen, aber welche, das weiß niemand.

Eine Apokalypse?

Genau.

Und wie lange wollen sie Ihr Projekt noch betreiben?

Zwei Fragen hieß es. Selbstverständlich bis die Apokalypse hereinbricht, Sie Idiot!

Äh, und noch…

Aus! Auf Wiedersehen!

Nein, ich,…

Ach so. Ich meinte, sie passten gut in meine Sammlung.

Sammlung?

Schrumpfköpfe!

Advertisements

4 Antworten zu “Die Wahrheit über Bob Macha. Ein Interview.

  1. tom-ate 26. März 2012 um 8:31 am

    Endlich, die Wahrheit über Bob Macha. „Danach wird es eine Geburt geben, eine neue Literatur wird auferstehen, aber welche, das weiß niemand.“ Bob, visionär wie eh.

  2. Bob Macha 26. März 2012 um 3:37 pm

    Ich sehe kein Hakenkreuz hinter meinen Texten, tut mir Leid.

    • metepsilonema 26. März 2012 um 5:56 pm

      Ihre IP-Adresse wurde an Bob Macha weitergeleitet, zwecks Enttrollung. Er sagte, mit breitem Grinsen, auf der Videoprojektion: „Wir machen das schon, wir haben Erfahrung mit solchen Herrschaften.“

      Nehmen Sie sich in Acht!

      • phorkyas 30. März 2012 um 12:41 pm

        Ryk Phosa dem Macher des Quadrat-Ichendorfer Tagesblatts war es nach monatelanger Stalkerei gelungen ein Interview mit dem MACHA zu bekommen:

        Ryk Phosa: Herr Macha, Ihre Seite, der wohlbekannte BLOGOZENTRIKER wird von allerlei zwilichtigen Gestalten heimgesucht, die es sich anheimgefallen lassen auch noch imaginäre Interviews mit Ihnen zu führen. Haben Sie in Erwägung gezogen sich zu wehren?
        Macha: Ich befürchte, das wäre zwecklos. Teil des Blogozentriker-Programmes war auch immer die Verselbstständigung und der Kontrollverlust, wenn die ersten Steine ins rollen kämen – wer sollte dann wissen wo die Kettenreaktion hinführt? Die Entzündung und Verpuffung des Hohlraumes Internet? Ganz ehrlich wäre es schade darum? Nun habe ich anonym dieses ganze Uran erhalten, soll ich das einfach rumliegen lassen?
        RP: Sie.. spielen darauf an, dass vor der ersten Atombombe noch nicht klar war, ob sie vielleicht nicht die ganze Atmosphäre in Brand setzen würde?.. (irritiert) Wollen Sie sich selbst in die Nähe der geistigen Brandschatzerei setzen – ist Ihr Blogozentrismus ein Virus?
        M: Ansteckend bestimmt. Schauen Sie sich diese Irren an: Die schreiben einfach weiter. Wie die Affen auf der Schreibmaschine. Hab‘ ich’s denen befohlen oder bezahl ich sie etwa? Die machen das freiwillig. Von dieser Tiefe der Infiltration sollten Sie also ausgehen.
        RP: Sie.. meinen es könnte auch mich erwischen. Jetzt und hier?
        M: Sie sind schon längst befallen.
        RP: …
        M: Schauen Sie mal dieser Phorky da, diese olle Blechdose, dieser metaphysische Schwerenöter. Der ist besessen von der Idee der Substanz, dass die Hohlkörper doch befüllt sein müssten – dass da was sein müsste, tief verborgen, hinter all dieser Oberflächlichkeit der Welt… Dabei ist es doch genau das Gegenteil: Es gibt nur Oberfläche!
        RP (windet sich)
        M: Und all – dass muss ich jetzt mal in aller Deutlichkeit sagen – all diese Künstlerfuzzis, die da glauben irgendwas an Substanz zu erzeugen, die werden, gerade dann wenn sie Erfolg haben nur dafür eingesetzt werden die Oberflächen ein bisschen bunter und blitzender anzupinseln.
        RP: Aber.. Sie können doch..
        M: Natürlich kann ich! Ich muss sogar. (nun beinahe schon niedergedrückt) Es musste doch einmal gesagt werden.
        RP (verlässt fluchtartig das Haus)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: