Konsekration. „Viele“ und „alle“.

Der Wortlaut der Konsekrationsformel, jene Sätze die Jesu beim letzten Abendmahl sprach, sollen innerhalb der römisch-katholischen Kirche auf Wunsch des Papstes Benedikt XVI geändert werden.

Der strittige Teil:
Bisher: Mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Und neu gefasst: Mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Anstoß erregt, dass das Wort „alle“ durch „viele“ ersetzt und als Rückschritt hinter das zweite Vatikanische Konzil verstanden werden kann (es gelte kein universeller Erlösungsanspruch mehr, sondern nur noch für die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche).

Ein müßiger Streit, denn das Wort „alle“ bedeutet nicht notwendiger Weise mehr als viele, sondern mehr als zwei und bedarf immer einer näheren Bestimmung. Wenn ich z.B. sage: „Alle in diesem Raum sind davon betroffen“, dann können drei Menschen gemeint sein oder zwanzig. Und ob man zwanzig als viele bezeichnet ist wiederum kontextabhängig, genauso wie in der ursprünglichen Formel „euch“ die Anwesenden meinen kann und „alle“ die gesamte Gemeinde oder Gefolgschaft. Es wird schlicht und ergreifend nicht ausgesprochen. Man vergleiche auch mit dem Satz zuvor: Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

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Eine Antwort zu “Konsekration. „Viele“ und „alle“.

  1. metepsilonema 27. April 2012 um 2:27 pm

    In anderen Worten: „Alle“ bezeichnet eine Menge, die definiert werden „muss“.

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