Tod und Leben

Gleichgültig gegenüber dem Tod, bedeutet gleichgültig gegenüber dem Leben zu sein.

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8 Antworten zu “Tod und Leben

  1. Dr Wahllos 3. Mai 2012 um 11:13 am

    gleichgültigkeit & gleichmut
    sind hohe ideale
    die einzuhalten wohl einer sehr seltenen minderheit vorbehalten ist
    eine abhängigkeit zwischen den haltungen sehe ich sehr wohl
    sie schürfen hier sehr tief
    der menschliche geist will das leben
    in der stunde des selbstmordes
    kapituliert das ego vor der unterbewusst angelegten lebensbejahung
    eine gleichgültigkeit dem natürlichem tod gegenüber
    ist für mich so fern das individuum frei ist
    lebensbejahung
    auch wenn der mensch von einer lebensverlängerung
    bis hin zur unsterblichkeit strebt
    bleibt die wirklichkeit des todes noch ein natürlicher teil des lebens
    der gleichmütig eingegliedert werden kann
    ins leben

    • metepsilonema 6. Mai 2012 um 12:26 am

      Ist der Tod gleichgültig, dann kann er, metaphorisch gesprochen, eintreten, wann er will, es wäre egal; liegt darin nicht eine Entwertung „all dessen“ was sonst noch ist oder getan werden kann? Für den der den Freitod sucht, ist das wohl so: Es ist nichts mehr wofür es zu leben lohnt. Er geht, aus freien Stücken, obwohl er nicht müsste. Aber er wünscht es doch, weil das eingetreten ist, was er nicht gewunschen hatte und keine Änderung in Aussicht ist. Ich kann also – ganz allgemein gesprochen – in Gleichmut und Gleichgültigkeit nicht immer ein Ideal sehen.

  2. Anonymous 6. Mai 2012 um 10:00 am

    entscheidende punkte sind die entwertung und die wahre haltung
    das extrem ist ja der freitod
    der betroffene ist weder gleichgültig noch gleichmütig
    er kapituliert und die eigene ohnmacht wird zum antrieb
    ghandi hingegen lebt beides aus
    bei ihm leben die hohen ideale
    aber es bleibt die ausnahme

    • metepsilonema 6. Mai 2012 um 10:29 am

      Ich weiß Gleichmut und Gleichgültigkeit zu schätzen, weil sie ein Garant für Freiheit sind; wer gleichgültig sein kann, der lässt sich nicht so schnell zwingen oder das Heft des Handelns aus der Hand nehmen, er schafft es Dinge und Angelegenheiten in Ruhe zu betrachten, Freiräume zu schaffen, ja! Aber immer gleichmütig sein? Gegenüber dem Menschen? Dem Grauen? Der Schönheit? Das kann und will ich nicht, dazu liebe ich diese Welt zu sehr. Und: War Ghandi gleichgültig gegenüber Indien? Gegenüber seiner Unabhängigkeit? Ich vermute: Nein.

      Bezüglich des Freitods haben Sie recht, er markiert als Entscheidung vielleicht eine Grenze an der die Waagschale aus dem Gleichgültigkeitsgleichgewicht kippt, in Richtung Austritt, in Richtung Negativität — dem Gleichgültigen wäre der Ausgang egal.

      Der gleichgültig Lebende will unberührt bleiben vom äußeren Leben, um wessen Willen auch immer, ein notwendiger Gegensatz im Angesicht des Lebens, sicher, aber kein Zustand von Dauer, keine Praxis zu leben, außer man möchte sich der Liebe zur Welt verweigern und wer will das schon. Aber egal: Ich will es nicht.

  3. Dr. Wahllos 7. Mai 2012 um 10:07 am

    wir scheinen in der anlage
    leidenschaft über die diskutierten werte zu setzen
    ich schliesse mich da nicht aus zumal wir liebe zumeist so verstehen
    aber ich will nicht ausschliessen das ein mensch
    der gleichmut und gleichgültigkeit auslebt
    nicht auch ein liebevolles wesen besitzen kann
    der wille ist da meines erachtens gar nicht mehr entscheidend
    es wird sich um eine selbstverständlichkeit handeln
    aber wie ich eingangs erwähnte
    kann nur eine schwindend geringe zahl von individuen
    ein solches bewusstsein erlangen
    das äussere leben wird dann mit sanften augen aufgenommen
    und nicht wie sie meinen durch abgrenzung ertragen
    es ist keine egal haltung sondern ein wertegefüge das eine viel grössere stabilität in sich birgt als wir es uns vorstellen können
    genug geschwafelt
    mir ist es auch nicht geheuer
    also bleiben wir bei der leidenschaftlichen variante

    • metepsilonema 12. Mai 2012 um 10:48 am

      Ich will nicht ausschließen, dass jemand der Gleichmut und Gleichgültigkeit lebt, liebevoll sein kann, ich frage mich aber, was es generell bedeuten kann. Zugespitzt zum Beispiel, dass ein Kieselstein gleichbedeutend mit einem Menschenleben ist oder dass die Frage was man tun soll ihre Gültigkeit verliert — befördert die Gleichgültigkeit das Leid in der Welt nicht automatisch (wobei damit nicht gesagt sein soll, dass eine andere Haltung das Gegenteil bewirkt)?

      • Dr. Wahllos 13. Mai 2012 um 10:22 am

        gleichgültigkeit ist kontextbezogen und nicht pauschal anwendbar
        kieselsteine und menschen können zb nach daseinsberechtigung
        gleichgestellt werden oder auf einer ebene der sozialen anteilnahme
        streng getrennt werden voneinander
        wer gleichgültigkeit in sein weltbild integriert hat wird auf der basis seiner gewonnenen gesetzmässigkeiten ticken und nicht pauschal
        in einen topf werfen
        wer opfer der gleichgültigkeitspolititk geworden ist gibt seine haltung zugunsten eines schluckreflexes auf
        dies sind zwei grundsetzlich verschiedene formen von gleichgültigkeit.

      • metepsilonema 16. Mai 2012 um 12:11 pm

        Dann haben sich unsere Verständnisse angenähert bzw. konnten wir klären, dass beide Eigenschaften kontextabhängig wertvoll sein können.

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