Auf dem Heimweg

Als ewig tritt mir in dieser Nacht das Vergängliche entgegen. Mein Blick ist auf neuartige Weise klar und jedes Rascheln im Gras, jedes Scharren im Kies bringt ein Mehr an Verbundenheit, an Eindringlichkeit und Entgrenzung. Kühl ist die Luft und schwer; sie fließt zähflüssig über die Bäume und Hochhäuser zwischen denen ich mich bewege und auf die Waschbetonplatten vor mir.

Ich rieche Holunder. Die Intensität des Geruchs ist die Intensität dieser Welt und am Ende Müdigkeit. Die Begierde macht die Welt schwer und uns mit ihr verbunden. Ja, zuletzt ist immer Müdigkeit und dennoch: Etwas trägt mich, noch immer.

Die Welt beginnt zu ruhen. Mit ihr und in ihr: Also ihr gleich! Wie die Schwere verbindet und erhebt. Ich bin müde und dennoch lerne ich überall, dass sie mit der Tiefe zusammenhängt und sie berührt.

Im Schein einer Laterne entdecke ich an einem Ast Ränder von schwarzem Schimmel. Weil alles verfällt und sich verbraucht: Aber ich lebe und trinke die Nacht und vergesse wo außen und innen ist. Mein Blick gleitet aufwärts: Fassaden mit Rillen, leuchtenden Fenstern und gewölbten Aufzugsschächten erheben sich verjüngend in den Himmel. Der andere Teil ist wohl Liebe.

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