Gottseidank!

Man trägt ja sein Glück in sich.

12 Antworten zu “Gottseidank!

  1. Rainer Rabowski 17. Juli 2013 um 5:37 pm

    Ja, dass man ausgerechnet das immer wieder vergisst! /(Oder muss man?)

  2. Andreas Wolf 23. Juli 2013 um 12:18 am

    Man hat aber doch das Unglück auch stets mit im Gepäck, und der Hass und die Verzweiflung verstopfen oftmals diesen Lebensrucksack. Mir scheint es manchmal mühsam, teilweise unmöglich, die Glückskrümel unter all dem anderen Unrat von unten rauszukramen.

    • metepsilonema 23. Juli 2013 um 10:30 am

      Und gerade diese, als stark angenommene Abhängigkeit von außen, möchte ich in Zweifel ziehen.

      • Richard Vielschrieb 23. Juli 2013 um 8:07 pm

        Dein Ausruf formuliert einen Augenblicksgedanken, aber auf 80 Lebensjahre hochgerechnet, entspricht er nicht der Wahrheit, meine ich, sehr wohl aber nach dem 8. Bier.

        • Rainer Rabowski 23. Juli 2013 um 8:25 pm

          Nach meinem Gefühl stimmt der Satz in jedem Moment – sogar eben im Unglück!
          Ich finde ihn nahezu grundlegend.

          (Und auf 80 Jahre Lebensjahre wird sich wohl jeder Gedanke relativieren. Aber dass das Unglück unterdessen oft stärker ist – oder manchmal die bloße Indifferenz stärker als Kraft oder Einsicht zum Glück -, dass man überhaupt zu der ersteren Einsicht gerade die Kraft oder die Übersicht nicht hat, spricht nicht gegen sie.)

          • Richard Vielschrieb 23. Juli 2013 um 10:31 pm

            Nein, aber Einsichten sind ja, leider, nichts wert. Nur Haltungen taugen etwas. Einsichten sind fürs philosophische Feuilleton, das ist leicht geschrieben, in der Praxis wählen dann wieder alle — Sie verstehen, worauf das hier hinausläuft. — Ich glaube, dass ein Gedanke wie der von mete formulierte völlig davon absteht, aus einer anderen Welt kommt, uns auch in eine andere Welt führt. So wie mete ihn formuliert, trägt er ihn sich vielleicht sogar jeden Morgen vor, damit er Haltung werde, aber ich bin mir nicht so sicher, ob diese Transformation bis ins Letzte wirklich gelingen kann. Es ist schön gedacht, aber doch nicht ganz menschlich. Irgendwie ein Statuen-Gedanke. Das Problem der stoischen Philosophie … am Ende ist eine Pose, so edel und verlockend sie sein mag, halt doch nie ganz echt. Der Schmerz, der uns unser Geborensein verfluchen lässt, hingegen hat den Vorteil TOTALER Echtheit.

            • metepsilonema 23. Juli 2013 um 11:43 pm

              Es ist, verdammt noch einmal, eben nicht nur gedacht!

              • Rainer Rabowski 24. Juli 2013 um 1:55 pm

                Einsichten nichts wert? Das ist aber mutig apodiktisch!
                (Auch wenn ich zugebe, dass eingefleischtere Haltungen meist erst mal weiter führen.)

                Aber da, in dem Fleisch – oder eben in der Willkür, in einem einzelnen Sonnenstrahl – steckt eben doch auch das launische, das oft dumme, das sich selber frech voraussetzungslose Glück. Und selbst wenn es „blind“ ist, wirkt es doch! Man trägt es so mit sich herum und manchmal kommt es heraus wie ein Springteufel, oft sogar, wenn man es braucht.

                Ich gebe weiterhin zu, dass ich selber eine Strecke gebraucht habe von der Einsicht zur Haltung – aber man kann es sich sehr wohl auch zum Eingefleischtereren werden lassen.

                (Und, Entschuldigung, aber ich kann’s mir nicht verkneifen: Auch in den Haltungen der Unbedingten oder der Schmerzfraktion sehe ich allzu oft Pose.)

                • Richard Vielschrieb 24. Juli 2013 um 2:16 pm

                  Nun, das „Man trägt ja sein Glück in sich!“ hat so etwas von Robert Walser, das ist so ein übermütiger Wanderweggedanke, und der arme Walser, wir wissen, wohin ihn die Internalisierung dieses fröhlichen Pfeifens geführt hat! – Darauf nur wollte ich hinweisen. – Nur zu oft wird der in metes Bonmot ausgedrückte Spirit ja eher im Sinne einer Martin-Walser’schen Figur verwendet, also instrumentalisiert, also verfälscht und verkrampft, also in sein exaktes Gegenteil verkehrt – die Selbstbeschwichtigung, die mit verzerrter Visage vorgebrachte Daseinsumarmung einer betrogenen Zahnarztgattin am Starnberger See.

                  • metepsilonema 24. Juli 2013 um 2:28 pm

                    Wenn wir den Augenblicksgedanken als eben solchen nehmen, dann wäre zunächst nichts daraus abzuleiten, richtig (auch wenn ich oben schon in diese Richtung gegangen bin)?

                    Aber vielleicht führt er einfach zu mehr Achtsamkeit, auf seinen Ursprung hin. — Wäre das schlecht?

        • metepsilonema 23. Juli 2013 um 9:14 pm

          Augenblicksgedanke, ja: Ansonsten ist Dein Kommentar dem eines Buchhalters beängstigend ähnlich…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: