Arroganz…

…offenbart ein Bedürfnis nach Destruktion.

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6 Antworten zu “Arroganz…

  1. h.z. 21. September 2014 um 8:28 pm

    …offenbart erlittene Destruktion. (wäre mein Vorschlag)

  2. h.z. 22. September 2014 um 8:03 am

    Natürlich. Wenn man Arroganz als Output einer „blackbox“ beobachtet, stellt sich sogleich die Frage, wie der entsprechende Input aussehen musste. Eine intakte „blackbox“ liefert keine Arroganz aus.

  3. metepsilonema 23. September 2014 um 3:42 pm

    Ist das so, dass eine intakte blackbox keinen Output Arroganz liefert?

    Betrachten wir einmal nur den Output, die Arroganz: Im Prinzip ist sie das Resultat von Verachtung oder Geringschätzung, begründet oder nicht (meist: vorurteilsbegründet, „geschätzt“). Arroganz unterstreicht (oder „begründet“) ein oben und unten oder zumindest ein über (oder ein minder), das vom anderen auch bemerkt werden soll: Sie deutet auf einen Graben, eine (nicht überschreitbare) Grenze, die zwischen den beiden (gehen wir einmal von zwei Personen aus), liegt. Arroganz ist eine Wertung, eine Zuweisung eines (unscharf bleibenden) sozialen Status‘.

    Destruktion schrieb ich, weil Arroganz mehr oder weniger deutlich aggressiv ist (eigentlich auch egoistisch), weil sie das Gegenüber nicht indifferent sein lässt oder als (Menschen) formal gleich gültig. — Egal ob arrogante Verhaltensweisen eher sich selbst hinauf oder den anderen hinabsetzen, das Ergebnis ist dasselbe (für den Betroffenen mag es allerdings einen Unterschied machen): Eine Herabsetzung.

    Wir wissen nicht, was in der blackbox geschieht oder wodurch sie geprägt wurde, woher also das Bedürfnis nach den beschriebenen Handlungen kommt, worin deren Ursache liegt: Vielleicht aus einer Verletzung, die weiteres Leiden durch Angriffe zu vermeiden sucht (worauf Sie hinwiesen), vielleicht ist es (unbewusst) im sozialen Kontext einer Bevölkerungsschicht (oder Berufsgruppe) gelernt worden, oder bloß eine charakterliche Eigenschaft.

    Es gibt wahrscheinlich ein paar Möglichkeiten was in der blackbox vorgehen oder vorgegangen sein könnte; sicherer scheint sich der Output (aus der Sicht des Betroffenen) feststellen zu lassen.

  4. h.z. 23. September 2014 um 10:31 pm

    Lassen Sie uns die Aussage, eine intakte blackbox liefere keine Arroganz aus, auf den Prüfstand schrauben (den beschriebenen Bedeutungshof akzeptiere ich). Die Aussage ist nun wahr oder falsch. Entscheidet sich mit der Beurteilung des Wahrheitsgehaltes der Aussage nicht gleichzeitig die Frage nach dem zugrunde liegenden Menschenbild?

    Nehmen wir an, die Aussage sei wahr. Das hieße, der Arroganz käme notwendigerweise keine soziale Ordnungsfunktion zu. Außerdem bewirkte dies hinreichend, dass sich blackboxes in einem beliebigen Beziehungssystem einander als gleich gültig anerkennen. In einem System gleicher Gültigkeit müsste auftretende Arroganz demnach als dysfunktional empfunden werden.

    Die Aussage kann aber auch falsch sein. Das schlösse dann allerdings die Existenz eines Systems gleicher Gültigkeit aus. Sie wäre falsch in einem System natürlicher, hierarchischer Ordnung (qua Geburt, zB). Arroganz mit ihrer unangenehmen Wirkung hätte also durchaus eine ordnungserhaltende soziale Funktion.

    Was in der blackbox vor sich geht/ging, kann für die Entscheidung des Wahrheitsgehaltes der Aussage dahingestellt bleiben. Von Relevanz ist einzig der Bezug auf einen (hier: unser beider gemeinsamen) Kulturraum. Die Aussage in diesem kulturellen Kontext als falsch zu werten, stünde, wie ich meine, in einem gewissen Spannungsverhältnis zur festgestellten latenten Destruktivität der Arroganz. Das erschiene mir (vorläufig wenigstens) als Widerspruch.

    • metepsilonema 24. September 2014 um 9:47 pm

      Glaube ich eigentlich nicht: Man kann der Menschbildproblematik (zunächst?) ausweichen, indem man Arroganz als (kommunikative) Verhaltensweise auffasst und beschreibt.

      Wenn eine intakte blackbox nun keine Arroganz liefert, gäbe es keine und auch keine von ihr ausgehende soziale Ordnungsfunktion. Allerdings ist Arroganz nicht die einzige (vorstellbare) soziale Ordnungsfunktion, der Schluss, dass bei fehlender Arroganz automatisch eine gleichgültige Anerkennung existiert, geht daher fehl (zumindest gilt das in jedem halbwegs realitätsnahen Szenario). — Ich wollte mit meinem vorangegangenem Kommentar keine sozialen Klassen durch Arroganz begründen, sondern diese eher auf deren vorausgegangene Existenz begründen (wobei man Klasse auch durch Selbstbewusstsein u.a. ersetzen kann, mir geht es nicht um irgendeine Art „sozialistischer Lehre“, sondern um menschliches Verhalten und der Erklärung desselben). Demnach kann Arroganz in einer sozial egalitären Gesellschaft sehr wohl auftreten, z.B. kann sich ein intelligenter Mensch anderen, weniger intelligenten, gegenüber arrogant verhalten oder Menschen anderer Herkunft oder Kultur. Was Arroganz als Fundament aber zu benötigen scheint, sind eingebildete oder tatsächliche Unterschiede, die entsprechend bewertet werden.

      Für die falsche Aussage gilt wiederum, dass Arroganz nicht der einzige Faktor ist, der ein System (weitgehend) gleicher Gültigkeit bedingt, man kann sich ja einzelnen gegenüber arrogant verhalten, aus welchen Gründen auch immer, im Allgemeinen dennoch anders.

      Wenn ich Ihren letzten Ansatz richtig verstehe, dann bedeutet eine intakte blackbox ein Fehlen (bedeutender) Destruktionserfahrungen, die dann auch nicht über arrogantes Verhalten weitergegeben werden (der Mensch könnte man verallgemeinern, wäre von sich aus gut). — Aber vielleicht kann Arroganz auch aus einem Verlangen nach Geltung entstehen? Oder weil sie einfach gelernt wurde (anerzogen)? Weil sie charakterlich angelegt ist? Es steht und fällt dann doch mit dem Innenleben (den Ursachen).

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