Die unpolitische Haltung…

…ist eine politische wider Willen.

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3 Antworten zu “Die unpolitische Haltung…

  1. Rainer Rabowski 17. Januar 2015 um 9:22 am

    Was bedeutete, sie steckte so unauflösbar in Widersprüchen wie das allermeiste andere auch. (Und es nicht durch andauernd verblendetes Handeln noch zu verschlimmern wäre eine bedenkenswerte Option.)

  2. Gregor Keuschnig 22. Januar 2015 um 12:32 pm

    Man müsste unterscheiden, ob die unpolitische Haltung in der Auseinandersetzung mit Politik entsteht oder durch Ignoranz. Also ob es ein bewusstes Handeln ist oder einfach nur Unkenntnis bzw. mangelnde Zeit oder Interesse. Das Ergebnis ist zwar identisch und die Frage, dass eine „unpolitische“ Haltung auch immer politisch ist, habe ich immer für eine akademische Spielerei betrachtet, deren Attraktivität ganz schnell nachließ und mich am Ende nur noch langweilte.

    Interessanter ist, ob das, was wir gemeinhin als Politik definieren, überhaupt politisch ist. So glaube ich, dass ein ehrenamtlicher Bürgermeister eines Dorfes von 2000 Seelen irgendwo in Ostdeutschland fast immer mehr politische Verantwortung hat als ein Bundestagsabgeordneter, der nur als ein Mitglied einer Stimm-Masse angesehen wird und irgendwo in einem Ausschuß das fünfte Rad am Wagen ist.

    Meine Skepsis geht sogar so weit, dass ich das allgegenwärtige Demonstrieren für oder gegen etwas nicht unbedingt als politischen Akt sehe. Es ist eher ein Statement oder ein Rebellentum: Politik entsteht erst in der Institution, die dann aber wieder nivellierend wirkt.

    • metepsilonema 24. Januar 2015 um 11:09 am

      Ich glaube nicht, dass das eine Spielerei ist, einfach deswegen, weil es vielen nicht bewusst ist: Poltische Entscheidungen gestalten unser Leben mit, ob wir das wollen oder nicht (und unabhängig davon, ob Politik etwas [ein Thema] für uns ist). Mir ist das selbst einmal schlagartig klar geworden, als ich meinen neuen Reisepass mit biometrischen Daten bekam (natürlich habe ich die Diskussionen mitbekommen, hielt das politische Resultat dann aber plötzlich in meinen Händen und war wenig begeistert).

      Wenn wir Politik in seiner Wortbedeutung, als Versprechen, hernehmen, dann könnte man sagen, dass sie im strengen Sinn nur dort geschehen kann, wo ein Versprechen auch eingelöst werden kann. — Eine Demonstration wäre demgemäß eine Forderung oder eine Artikulation, Politik entsprechend zu gestalten (ja, eine Art Rebellion). In diesem Sinn kann man sie politisch nennen („Wir wollen, dass andere Versprechen verwirklicht werden!“, eine andere Politik gemacht wird).

      Die Verantwortung eines Abgeordneten ist abstrakt (teilweise kann man sagen: technisch und administrativ), aber deswegen nicht unbedingt gering (es hängt viel von seinem Spielraum ab und ob er ihn auch nutzt; die Entwicklungen zur Zeit machen mich eher skeptisch). Für den Bürgermeister einer kleinen (!) Gemeinde ist alles sehr viel näher, konkreter und er bekommt die Meinung seiner Mitbürger sehr viel deutlicher zu spüren (wie die Auswirkungen seiner Politik).

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