Schreiben und lesen

Das Schreiben ist in der Tendenz ein gespannter, das Lesen ein entspannter Zustand, genauer: Während des Schreibens drängt etwas zusammen, wird etwas zusammengedrängt, verdichtet, geordnet und auch wieder gestrichen; das Lesen ist ein Entfaltungsvorgang, weniger mühevoll, befreiter, jedoch ungewisser, also schwebender, manchmal rasend und dann doch: angespannt in dem Sinn, dass etwas herausdrängt und herausdrängen soll.

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6 Antworten zu “Schreiben und lesen

  1. zweitesselbst 22. Juni 2017 um 8:22 pm

    Ja, kann aber auch andersrum sein. Während des Schreibens lösen sich Gedankenknoten, die beim Lesen unter Umständen wieder verwickelt werden können.

    eija, so ähnlich. ^^

    • Gregor Keuschnig 24. Juni 2017 um 9:50 am

      Das ist interessant. Bei mir entstehen beim Schreiben eher die „Gedankenknoten“. Das, was mir im Denken vollkommen klar war, wird, sobald ich es niederschreiben will, wieder opak. Das ist vermutlich ein sicheres Indiz, dass ich kein Schriftsteller bin und nie sein werde.

      • zweitesselbst 24. Juni 2017 um 6:52 pm

        Ja, ich denk, es kommt auf den richtigen Augenblick an. Zuerst wußte ich auch mal wieder nicht, ob und was ich dazu noch schreiben könnt. Dabei bin ich auch kein Schriftsteller, sondern einfach nur Sozialarbeiter. Manche Gedankengänge überfordern mich schon beim Lesen. Vom Hören und Sehen mal ganz abgesehen. Eija, wünsch Dir was. ^^

      • metepsilonema 25. Juni 2017 um 11:04 pm

        Man muss — und das ist beim Begriff des Schriftstellers nicht ganz klar — zwischen Rede (Literatur) und Denken (begrifflichem Schreiben) unterschreiben, ohne Überschneidungen leugnen zu wollen: Der Sinn des Aufschreibens ist doch auch, das Gedachte in eine (für sich selbst und andere) nachvollziehbare Form zu bringen: Da kann das Klare schon mal opak und dann wiederum, aber eben: anders, klar werden; eine Rede kann, wenn man seinen Stil gefunden hat, ohne weiteres fließen, weil sie gesetzt wird, widersprüchlich bleiben kann und nicht bedacht werden muss (im rechtfertigendem Sinn). — Darüber hinaus gibt es wohl verschiedene Charaktere, man vergleiche — in der Musik — einmal die Kompositionsweise von Mozart und Beethoven.

        • Gregor Keuschnig 28. Juni 2017 um 11:19 am

          Ich kann immer mehr verstehen, warum so viele Schriftsteller mit Notizbüchern herumlaufen. Es ist ja zuweilen wie der Versuch, einen Traum aufzuschreiben – man muss es sofort tun und hat dann doch keine Gewähr.

          Dabei ist das Schreiben mit der Hand essentiell. Am Computer sind die Überschreibungs- und Löschfunktionen oft genug kontraproduktiv. Alles wird dann beliebig verschiebbar und am Ende hat man nichts.

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