Kategorie-Archiv: Essays

Ostern: Das Wunder und die Natur

Ein Wunder widerspricht dem Gegebenen, dem Selbstverständlichen und der Erfahrung: Es ist etwas Unmögliches, das uns, nicht dadurch dass es gedacht, sondern dadurch dass es beobachtet wurde, aus der Fassung bringt. Weiter auf Begleitschreiben.

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Verhüllung und Moderne

Als ich noch in Neubau, im siebten Wiener Gemeindebezirk, in einem für diese Gegend untypischen Haus wohnte, erfuhr ich was das Verhüllen von Kopf, Gesicht und Körper, je nach Vollständigkeit und Blickwinkel des Betrachters, bedeuten kann: Ich war damals mit einer jungen, tschetschenischen Nachbarin in Kontakt gekommen, die sich wie einige andere Bewohner des Hauses in dessen Hof bei schönem Wetter zum Spielen, Tratschen und Kaffeetrinken einfanden.

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Der Dialog oder die Notwendigkeit eines Zwischen

Im Mittelpunkt der folgenden Betrachtung soll der durch Stellvertreter geführte Dialog stehen, in dem diese eine sehr kleine Teilmenge der von den Auswirkungen des Dialogs Betroffenen, darstellen, also nicht mit ihnen ident sind: Um als (berechtigter) Stell­vertreter zu gelten, muss man durch die Betroffenen qua Amt, qua Wahl oder auf irgendeinem anderen Weg legitimiert worden sein; diese Legitimation wird immer von Einzelnen oder Gruppen in Frage gestellt werden, der Dialogs wird Angriffen ausgesetzt sein, gegen die sich die beteiligten Personen behaupten müssen; ihre Kraft erhält diese Behauptung aus der Notwendigkeit des Dialogs und der Nachteile (»Kosten«) die ein Scheitern oder Nichtzustandekommen bedeuten würden.

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Vom Misstrauen sich selbst gegenüber. Anmerkungen zum Antifaschismus.

Er wisse nicht, sagte ein Freund vor etlichen Jahren in einer Diskussion über den Nationalsozialismus, was er damals für ein Schwein gewesen wäre: Seine Worte fielen mir in den vergangenen Tagen rund um die Diskussionen über den Akademikerball der FPÖ, die damit verbundenen Demonstrationen und gewalttätigen Ausschreitungen wieder ein: Es blieb das einzige Mal bislang, dass sich jemand in meinem Beisein oder auch öffentlich nicht nur derart radikal, sondern überhaupt selbst das Misstrauen ausgesprochen hatte: Noch immer nötigt mir dieser Satz eine Menge Respekt ab und ich hätte ihn in der Vergangenheit nicht auszusprechen vermocht: Heute hingegen erscheint es mir beinahe billig ihn nachzusprechen, obwohl es das, so es ernst gemeint und mit Nachdruck geschieht, keineswegs ist. Weiter auf Begleitschreiben.

Literatur und literarisch. Versuch einer Näherung.

Literatur ist Sprache, ist durch die Sprache und diese wiederum: eine Anordnung von Zeichen oder Lauten: So trivial dieser Ausgangspunkt erscheinen mag, man stolpert geradewegs einer ersten Differenz in die Arme: Mit Literatur bezeichnen wir nicht jede Art von Sprache, sondern eine, die gewisse Charakteristika in sich trägt, deren Eigenschaften unter bestimmten Bedingungen entstanden sind.

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Eine begeisterte Ansprache an die Συμπαρανεκρωμενοι

Von Dr. Phorkys replizierenden Replikanten, praktizierenden Praktikanten

Werte Συμπαρανεκρωμενοι,

auch wenn ich nachgerade nicht unschuldig bin an der Befeuerung dieses diskursiven Glimmspans, so liegt mir doch nichts ferner als Öl ins Feuer zu gießen oder nur das letzte Wort behalten zu wollen. Nein viel lieber machte ich mich anheischig, meine Blase in die schon halb erloschene Glut zu entleeren … mit Gedanken an Freud¹. Mehr von diesem Beitrag lesen

Ein letztes Wort, mete

Von Billy Bob Thornhill

Ich interessiere mich nicht sehr für den Ausgang von Geschichten, sagt Bob Macha gelangweilt. Mich interessieren eher die Anfänge. Vermutlich liegt es daran, dass alle Geschichten – soweit ich das beurteilen kann, zumindest – das gleiche Ende haben. Mehr von diesem Beitrag lesen

Eine Bibliothek sei jedem vergönnt!

Ach!, könnte man dieses kulturkritische Geraune sich selbst über-, und es damit einfach: links liegen lassen, alleine: Es ist, bis in seine tiefste Tiefe hinein, einem Element von Herrschaft verbunden, das alles und jedermann in einen Fatalismus, eine unergründliche Trauer über vorweggenommene und halluzinierte Zustände, zwingen will. Man muss widersprechen, weil man wieder Luft zum Atmen haben, weil man leben möchte. Mehr von diesem Beitrag lesen

Plug the book in, Orpheus! Replik auf eine Erwiderung, die ihrerseits wütende Reaktionen auslösen dürfte

Von Prof. Dr. Roman Frost, Geislingen und Paris

Ehrlich gesagt, dear mete, ist für mich der Höhepunkt, früher hätte man gesagt: die Apotheose des bildungsbürgerlichen Denkens, an dieser Stelle Deines Traktats erreicht: „Da man aber durch Zufall und ohne Zwang herein gekommen ist, klopft man sich den Staub von den Kleidern und erkennt, dass das so schlecht gar nicht ist.“ Mehr von diesem Beitrag lesen

Von der Hoffnung des Neuen. Eine Replik auf Roman Frost.

Die Entdeckung einer Welt, ihrer Werke, ja: der Alten selbst, der großen Alten, der Unbekannten und unverdient Vergessenen, steht an. Das ist die Hoffnung, die das E-book formuliert, die es impliziert, von kaum einem bemerkt. Mehr von diesem Beitrag lesen