Kategorie-Archiv: Miniaturen

Eine Reflexion über das Ornament

In der Form seiner Nichtdekadenz bringt das Ornament das Wesentliche einer ihm übergeordneten Konzeption mit hervor und macht sie offenbar. — Drei Fragen in einem Satz: Es wären zunächst das Ornament selbst, dann seine Nichtdekadenz und abschließend was das Wesentliche eigentlich ist, zu klären. Ich erkannte seine Stimme sofort wieder, der alte Mann saß im Halbschatten auf derselben Bank zwischen den hohen Kastanien. Ich ging zu ihm, möglichst ohne im Kies zu scharren und hörte ihm zu. Vielleicht habe ich mich verrannt, weil ich mit zu großen Schritten vorwärts geeilt bin. Er hatte sein smart-phone bei sich und sprach in das Mikrophon an seinem Gehäuse.

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Ein Parkgespräch.

Beinahe sommerliches Wetter: Ein älterer Herr sitzt verkehrt auf einer Parkbank, also mit dem Rücken zu mir. Er betrachte Gras und Büsche, Tulpen und Flieder, während er in sein smart-phone spricht. Das macht es mir leicht. Aber erst nach einiger Zeit erkenne ich, dass er gar nicht telefoniert…

…so ist der Park immer Kultur und gleichzeitig doch Natur. Natur als Ausgangsmaterial seines Gestaltungsprozesses, geformt, aber nicht grundsätzlich entfremdet, ein dauerhaftes, lebendes Symbol von Unterwerfung, eine Aporie: In jedem Park erleben wir unleugbar Natur im Moment ihres Nichtmehrseins. Mehr von diesem Beitrag lesen

Erinnerungen

Eine Träne, silbern und schwarz, hing einige Lidschläge lang an ihrer dunklen Lippe, und glitt, da sie niemand zurück hielt, zähflüssig darüber; wenig später floss sie ihren schlanken Hals hinab, entlang eines braunen Bandes, dunkel und bedrohlich glänzend, wie in vorherbestimmter Bewegung; zuletzt blieb sie in der Waagrechten hängen, als hätte sie, wie geplant, am Ende des Bandes ihren Platz erreicht, um ihre Trocknung zu erwarten.

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Die Wahrheit über Bob Macha. Ein Interview.

Sie gelten als der Macher schlechthin. Nomen est omen, Herr Macha? Mehr von diesem Beitrag lesen

Frühling I

Mit jeder Minute mehr Licht. Lebewesen treten aus ihrem Zustand des Dämmers, werden ihrer selbst langsam bewusst, unbekümmert, ahnungslos vielleicht. In Mitten der Überfülle, ihrer schönsten Selbstbezeugung, wird erneut ein Dämmer folgen, ein anderer zwar, der noch in weiter Ferne liegt, undenkbar fast: Eine Schwere wird sich über alles legen, es niederbeugen und halten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Die bleibende Religion

Eine Prosaminiatur. Weiter als PDF.

Unterwegs

Wie die meisten folge ich den vorgegebenen Wegen, gehe die Treppen hinab, an den Geländern vorbei, die den Menschenstrom kanalisieren: Wir bemerken, für einige Augenblicke, innerhalb derer wir aus dem Strom ragen, ihn betrachtend, die Ausgebrochenen: Narren, Verrückte, Idioten, die scheinbar keinem Geschäft nachgehen, nur lallen oder sinnlose Silben trällern, mit in die Ferne gerichteten Augen. — Sie lehnen an den Geländern oder irren herum und queren den Strom.

Wir vergessen sie: Eine Ebene höher sind die Geländer rot satt braun und die Fliesen grau-weiß gemustert, in verschiedenen Größen … ansonsten aber ist alles unverändert, wir bleiben in Bewegung, gehen unsere Wege.

No artists

Sie halten sich für einen Künstler? Der Fürst, Chef der Werbeagentur blogocentrics, erhob sich. Trotz seines in Schäumung geratenen Temperaments, hatte Bob Macha äußerlich Ruhe und Würde bewahrt: Er, Herr über ein Imperium von Firmen, durfte sich nicht von einem Praktikanten, einem talentierten, immerhin, aus der Fassung bringen lassen: Sein Ethos verbat es ihm. Mehr von diesem Beitrag lesen

Bernards Schrei

Ein Schrei, mein Schrei wird mir bringen, was nicht durch das Meine ist. Diese
Worte fuhren in Bernards Kopf herum, wirbelten durcheinander, bildeten,
mit anderen gemeinsam, verschiedenste Kombinationen, offensichtlich sinnlose
und solche die es weniger waren, setzten sich fest und lösten sich wieder,
nur um erneut ihren Platz zu beanspruchen. Bernard wusste nicht woher sie
kamen, doch sie waren da, wühlten ihn auf und trotz ihrer Inkongruenz und
Unverlässlichkeit verstand er was sie zu sagen hatten, was er zu sich selbst
sagte, was sich aus dem Unbewussten in die Form der Sprache ausgoss. Ohne
dass es ihm jemand befohlen hatte, nicht einmal er selbst, versuchte sein Körper
alles, was ihm an Macht und Kraft zur Verfügung stand, in die Formung
eines Schreis zu stecken, sich mit allen Mitteln bemerkbar zu machen und
doch schwieg er und bemühte keine Geste: Bernard schrie und nichts regte
sich.

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Bernard

Ein Schrei, mein Schrei wird mir bringen, was nicht durch das Meine ist. Diese Worte fuhren in Bernards Kopf herum, wirbelten durcheinander, bildeten, mit anderen gemeinsam, verschiedenste Kombinationen, offensichtlich sinnlose und solche die es weniger waren, setzten sich fest und lösten sich wieder, nur um erneut ihren Platz zu beanspruchen. Bernard wusste nicht woher sie kamen, doch sie waren da, wühlten ihn auf und trotz ihrer Inkongruenz und Unverlässlichkeit verstand er was sie zu sagen hatten, was er zu sich selbst sagte, was sich aus dem Unbewussten in die Form der Sprache ausgoss. Ohne dass es ihm jemand befohlen hatte, nicht einmal er selbst, versuchte sein Körper alles, was ihm an Macht und Kraft zur Verfügung stand, in die Formung eines Schreis zu stecken, sich mit allen Mitteln bemerkbar zu machen und doch schwieg er und bemüht keine Geste: Bernard schrie und nichts regte sich. Mehr von diesem Beitrag lesen