Schlagwort-Archiv: Analyse

Hass…

…hängt in seinem Kern, seinem ursprünglichen Moment, immer an einer unveränderlichen Begebenheit im Selbst des Hassenden; von der Unmöglichkeit dieses Vergangene zu beseitigen oder zu verändern, erhält er seine Nahrung und wird umso gewaltiger, je größer die Diskrepanz zwischen dem Wollen und der Unveränderlichkeit der — tatsächlichen oder angenommenen — Realität ist. — Da sich der Hass aber immer wieder abkühlen kann, ist er mehr ein Gelüst, eine Hoffnung auf, ein Streben nach Rache, als diese selbst.

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Denken bedeutet…

…Opposition. Immer.

Hülsen und Stil

Lässt sich unsere Realität mit den Worthülsen der Öffentlichkeit, wie sie uns gerade wieder um die Ohren fliegen, überhaupt noch angemessen fassen? Oder verschmieren sie mit dem, was wir uns schon zurechtgelegt haben? Ist eine Voraussetzung dieser Angemessenheit, die mit einer Kritik der Verschmierung gleichzusetzen ist, nicht auch eine stilistische?

Politische Analytik zuerst. Eine Replik auf Anneliese Rohrer.

In ihrem Text „Das Irrationale zu Ende denken?“ schlägt Anneliese Rohrer einige richtige und wichtige Dinge vor, etwa im Umgang mit Russland; zugleich bleibt sie einer weit verbreiteten Art der politischen Betrachtung verhaftet und bemerkt nicht, dass das (europäische) politische Denken (die geopolitische Analyse) weitgehend inexistent ist; statt nachzudenken und zu analysieren hantieren wir mit den Kategorien der Moral, personalisieren Fragen nach Macht und Interesse und denken eurozentrisch. — Damit werden wir bestehende Konflikte eher ausweiten als beschränken und neue durch unser eigenes politisches Handeln entfachen, einfach weil wir nicht mehr zu begreifen im Stande sind, welche Auswirkungen unser Tun hat, aus welchen Gründen andere handeln oder welche Ziele und Interessen sie haben (und in welchem übergeordneten Kontext all dies steht). — Dieses Phänomen ist nicht neu und bis in die Tagespolitik** hinein zu beobachten.

Weiter auf Fisch und Fleisch.

Die „Dinge“ fesseln…

…auch oder gerade weil man über sie stolpert (und ich stolpere fast immer). — Selbst wenn das den Systematikern ein Graus sein mag.

Pedanterie:

Genauigkeit jenseits von Notwendigkeit oder Angemessenheit, im Gegensatz zur Akribie, der notwendig-bewundernswerten Genauigkeit.