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Aktuelles geht vor.

Wo das gilt, wird es das Bleibende, das Mühevolle, aber letztendlich Lohnende und Erbauliche schwer haben. Tatsächlich und richtiger ist wohl, dass das Aktuelle, das kurzfristig Verlockende ist und man sich von ihm vielleicht nicht völlig, aber doch, freimachen muss.

Intuition III

Das Ureigene über das wir nichts wissen, das uns dient und doch nicht in unserem Dienst steht, sondern sich eigenwillig entzieht, eben unverfügbar bleibt und dennoch nicht ohne das Außen ist.

Aus der Sicht des Schreibenden…

…ankert ein guter Text nicht im rein persönlichen Befinden: Er ist objektiv und strebt nicht bloß danach. Das bedeutet: Er muss für andere — nicht für jeden und alle, aber im Prinzip, und damit: statistisch — ohne jegliche Erklärung Andockmöglichkeiten bieten, also sinnvoll deutbar sein, mit Anstrengung, selbstverständlich. Auf der Ebene des Schreibens bedeutet dies eine Idee zu besitzen, mit jener radikalen und schmerzhaften Folge, dass keine Formulierung um ihrer selbst willen, dieser Idee widersprechen darf: Sie muss, wo nötig, ohne Umschweife umformuliert werden. Nicht nur für einen selbst zu schreiben, bedeutet, offen für im Prinzip jede Veränderung zu sein. Das ist eine Signatur, ja, des Dienens.

Freilich: So selbstverständlich der Schmerz, im Angesicht des zu Disposition stehenden Geliebten, ist, gilt dennoch, dass jede Veränderung im Sinne der Dienerschaft wieder auf die Subjektivität des Schreibenden zurück weisen wird. Von dieser aporetischen Spannung lebt alle Literatur.

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