Schlagwort-Archiv: Aufklärung

Maxime II

Ergreife niemals (ganz) irgendjemandes Partei.

Denn mit ihm, dem Parteiergreifen, beginnt der Dienst in ihrem Interesse (und das Absterben der Kritik).

Vernunft ist vielleicht nur:

Besonnenheit.

Freiheit…

…ist nichts anderes als das Recht des Individuums gegen das Kollektiv, die Tradition oder die Religion; dieses „frei sein von“ schützt es und gibt ihm die Möglichkeit über sich selbst zu bestimmen: Frei zu sein bedeutet, gegen das Unrecht stehen zu können. — Andere Ideen, z.B. jene der Gleichheit vermögen dies nicht. Die Freiheit ist in diesem Sinn fundamental und muss dem Menschen, der in diese Welt unfreiwillig geworfen wird, von allem Anfang an, selbst im Zweifel um ihre Existenz, pragmatisch zugestanden werden.

Darüber darf man allerdings nicht ins Schwärmen geraten und denjenigen nicht trauen, die meinen, dass damit schon allem genüge getan wäre: Damit andere nicht durch Ansprüche oder Akte der Selbstbestimmung („frei sein für“) ins Unrecht gesetzt werden können, die Möglichkeiten der Selbstbestimmung also für alle erhalten bleiben und Freiheitskonflikte gelöst werden können, benötigen wir Bezugspunkte, weitere Ideen, jenseits der Freiheit, die sie dort beschränken, wo sich die Notwendigkeit dazu zeigt: Sie sind weniger fundamental als die Freiheit, ihr aber partiell übergeordnet.

Viele, aber nicht alle dieser weiteren Ideen, kann man auch als mehr oder weniger starke Beschränkungen der Selbstbestimmung (also wiederum der Freiheit) lesen, sie können aber auch anders begründet werden: Wenn die Unversehrtheit von Leib und Leben eine Idee ist, die die Freiheit möglichst schnell Auto zu fahren einschränkt, dann kann man den Unglücksfall, einen Verletzten oder gar Toten, auch als zu vermeidendes Leid betrachten. — Freiheitsbeschränkungen sind immer von einem Gleichheits- oder Gerechtigkeitsgedanken getragen.

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Entgegen Goya

(oder doch mit ihm?) möchte ich sagen, dass die Unvernunft zu träumen beginnt und auf ebendiese Weise wieder vernünftig wird. [Los Caprichos, Nr. 43]

Die sprachlich-schriftliche Konvergenz unserer Welten. Ein pragmatischer Versuch über Erkennen, Welt und Kommunikation.

1 Vorbemerkung

Unsere Bedürfnisse von Annäherung und Deutung, der Wille zu verstehen und zu wissen, weisen, zusammen mit der Neugierde, auf einen allgemeinen Zustand von Ungenügen und eine spezielle Selbstungenügsamkeit hin. Mit den Fragen menschlichen Daseins konfrontiert, suchen wir die Nähe anderer, einer Art Erweiterung wegen: Wir treten ihnen begrifflich gegenüber, soweit wir begriffen haben, das Begriffene zu fassen vermögen oder hoffen es noch zu können: Gespräch und Diskurs erscheinen dabei als ein weithin gegensätzliches Paar, das im Dienst einer Weiterbewegung, weg vom eigenen, ungenügenden Standpunkt hin zu einem anderen, neuen, steht, einer gewollten Verbesserung: Ein anderes Wort für Fortschritt und ein anderes Verständnis.

Weiter auf Begleitschreiben.

Während einer Autofahrt.

Leuchtreklamen, Neonröhren, millionenfache Fackeln der Aufklärung, die in die Einsamkeit der Nacht hinein strahlen.

An der Abendkasse

Ein Abonnent erfährt von einem Kahlschlag im Programm der kommenden Saison. Fast alle seine Lieblingsstücke sind betroffen. Aber er fasst noch einmal Mut. Mehr von diesem Beitrag lesen

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Die mediale Aufmerksamkeit und Erregtheit hat abgenommen. Die Beantwortung einiger Fragen ist aus demokratischer und journalistischer Sicht unumgänglich. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

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Ausverkauf der Qualität – Steht journalistischer Anspruch vor dem Ende?

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