Schlagwort-Archiv: blog

Kritik aus „dem Inneren“: Walter van Rossum

Kritik an Medien und am Journalismus kommt zur Zeit mehrheitlich, wenn auch nicht ausschließlich von außen, den Sehern, den Lesern, den Rezipienten. Um so schwerwiegender ist es, wenn ein Journalist dem Betrieb eine geradezu vernichtende Kritik ausstellt und damit die Kritiker von außerhalb bestätigt und bestärkt: Der freie Autor und Medienkritiker Walter van Rossum ist manchmal etwas grob, was wohl seinem Ärger geschuldet ist, er klagt, ist gleichzeitig aber desillusioniert, bisweilen schimpft er fast; umso erstaunlicher ist sein Fazit: „Aber ich glaube alles in allem nicht, dass das System der alten Öffentlichkeit rehabilitierbar ist, ich halte es nicht einmal für wünschenswert. Irgendwie durchlebt die Gesellschaft gerade einen medienkritischen Crashkurs – was nach Jahren der medienkritischen Öde auch dringend nötig war. Dabei haben wir schon eines gelernt, was ich für großartig halte, nämlich das mediale Improvisieren. Wir basteln uns gerade – jeder auf seine Art – die Informationen zusammen, die wir brauchen. Und darin steckt in meinen Augen schon so etwas wie eine Skizze der medialen Zukunft. Ich finde die Chancen aufregender als die Klage über die Verluste.“

Weiter auf Begleitschreiben.

Ein Abgeordneter der Neos und mein Kommentar auf seinem Blog

Satte zehn Tage warte ich nun auf die Freischaltung meines Kommentars (s.u.) zu diesem Beitrag. Der Autor ist immerhin Nationalratsabgeordneter der Neos. Und er schreibt davon, ich muss es erneut erwähnen, dass Freiheit wieder in meinem Land verfügbar wäre (vermutlich hat er seine Freiheit gemeint). — Ich habe die nicht automatische Freischaltung von Kommentaren immer als problematisch angesehen, in einer Diskussionsrunde muss man seine Ansichten auch keiner Prüfung unterziehen, bevor man vor die Zuhörer tritt oder das Mikrophon eingeschaltet wird: Man widerspricht dem Gegenüber und legt seine Sicht der Dinge dar. Verfassungswidrige Äußerungen oder beleidigende Stellen können im Nachhinein transparenter gelöscht werden, in dem man die entsprechenden Passagen kennzeichnet. — Natürlich ist das Sache des Hausherren und manche blicken lieber in spiegelglatten Marmor: Es sein ihnen unbenommen, eine Begründung allerdings erwarte ich.

Also erst einmal hier:

Mehr von diesem Beitrag lesen

Immerhin, einen Blogtext kann man nicht als handschriftliches Manuskript hinterlassen

Von Roman Frost

„Das Schlimmste ist natürlich, wenn es zu literarisch wird!“, sagte der Doktor zu mir, bevor er sein Kellerbier mit leisem Schmatzen an seine fetten roten Lippen setzte.
Je, dachte ich, da hast du allerdings recht! Mehr von diesem Beitrag lesen

Gedanken in Headlinelänge

Von Roman Frost

Das Bloggen ist das Fernsehen der Schrift. Es gilt: das gesprochene Wort. Erzählerstimme oder Talking Head: Surrogate der Persönlichkeit erleben ihre Renaissance! Die Leute wollen nach all den strukturalistischen Exerzitien wieder jemand sein, Märchenonkel oder Entertainer, jedenfalls eine bunte, faszinierende Figur … Eine dubiose Zwitterexistenz führen die Worte beim Bloggen; sind sie einerseits geschrieben (oder sagen wir vorsichtiger: getippt), stehen sie andererseits knallhart unter dem Diktat des Diktierens. Nach der „Harald Schmidt Show“ war der Siegeszug der Blogosphäre kein Wunder. Jedem seine eigene „Late Night Show“, in der Regel hingehauen am frühen Morgen. Lustig oder tragisch oder was dazwischen: Einfach mal rausrotzen, was einem so durch den Kopf gegangen ist des Nachts. Und – ist das nicht eigentlich AUCH Literatur? Halt eine ANDERE Art von Literatur? Ich meine, hey, was ist Literatur denn anderes als Rausgerotze, vielleicht auf talentierterem Niveau? Was zählt, ist der Wille zum Text … bin ich etwa nicht interessant als Mensch, hm? Nur weil ich nicht Robert Musil oder Franz Kafka oder William H. Gass bin? Mehr von diesem Beitrag lesen

Verkündigung.

Eine Woche Blogpause! Hurra! Hurra? Wer weiß. Jedenfalls: Eine Woche Pause.

Eine „Bestandsaufnahme“. In Eile.

Und mit Sarkasmus. Oder kann man das einjährige Bestehen dieses Blogs anders begehen*?

Mehr von diesem Beitrag lesen

Ein Blog muss her! – Zum Geleit.

Warum eigentlich? Fragte mich jemand, so schwiege ich im ersten, räusperte mich im zweiten und wüsste im dritten Moment noch immer keine Antwort.

Dann vermag der Verstand doch etwas zu fassen: Das Bedürfnis nach Diskussion und Auseinandersetzung, auch die Freude am verfassen eigener Texte. Aber kann ein Blog das leisten? Gibt es hierfür nicht bessere Orte? Diskussionsforen zum Beispiel?

Mehr von diesem Beitrag lesen