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Schneller, weiter, höher!

Es ist noch immer nicht genug, heute nicht und morgen nicht: Dieser Imperativ drängt uns über den Moment hinaus, zwingt uns ihn zu verachten und er entgleitet unseren Fingern, die ihn unbewusst betasten. Aber der Augenblick ist alles, wirklich alles, denn wo sollte man leben, existieren, als in jeder einzelnen Sekunde.

Robert hatte etwas entgegen seiner Überzeugung, seiner bisherigen, getan. Er lehnte sich zurück, schraubte seine Füllfeder auf und zu, auf und zu, auf und zu: Dabei schob er die Schneidezähne übereinander und drückte die oberen in unregelmäßigen Rhythmen auf die unteren. Irgendwann erhob er sich von seinem Stuhl und sah in die Nacht hinaus: Vor seinem Fenster lag das Lichtermeer der Stadt und über ihm leuchteten die Sterne: Wahrscheinlich sah die Stadt aus großer Entfernung genauso aus.

Jetzt war ein Anfang getan. Ob noch irgendjemand … aber war es von solcher Wichtigkeit? Müsste man ihnen schreiben? Sie befragen? Er drehte sich um, sah zu Briefpapier und Füllfeder hinüber … aber was dachten sie? Dachten sie überhaupt? Gewiss!, denn es musste alle betreffen. Aber Briefe? Nein!