Schlagwort-Archiv: Existenz

Die Setzung der Stimme

Das Existenzielle der Literatur ist die Gesetztheit der Stimme, die ohne den Stil nichts ist und sich doch nicht in ihm erschöpft: Die Stimme nötigt uns, sie für eine, – nein: die! –, Welt zu nehmen, von der wir wissen, dass sie es nicht ist und nicht sein kann und der wir uns doch nicht entziehen können. — Der Anspruch der Stimme geht über ihr Vermögen eine solche zu sein, durch ihre Beredtheit hinaus und dadurch wird sie, was sie ist: Andernfalls wäre sie bloß eine unter vielen und ohne Bedeutung.

Leben…

…oder das Vertreiben der Zeit bis zum Tod hin.

Begründete Hoffnung…

…ist keine.

Leben im Ameisenhaufen.

Man kann sagen, dass unsere Welt ein bedeutungsloser Ameisenhaufen ist, aber gerade dadurch, dass er unsere Welt ist, bekommt er seine Bedeutung (und Anziehungskraft).

Eine Bitte…

…kennt keine Bedingungen, kein „sonst…“; sie ist ein Flehen, höchstens ein Appell und dabei immer Ausdruck von Bedürftigkeit.

Trägt die Vergänglichkeit dieses einen Lebens…

…nicht schon den Anspruch auf alles in sich?

„Am Ende des Lebens“

Jedenfalls sagen zu können, irgendwann und immer: diesen Versuch ist es wert (gewesen).

Ich bin,

wenn er alleine ist.

Erinnerung an die conditio humana

An einem Sommertag zerbrach der Regen unvermittelt die Schwüle und zwang die fliehenden Gestalten für Augenblicke unter einem Dach zusammen: Sie sahen einander an, mit tropfenden Gewändern, Fremde, durch die Ahnung um ein gemeinsames Schicksal verbunden.

Maxime IV

In seinem Tun existieren, das ist, in Essenz, wonach man handeln muss.

Mit anderen Worten: Dem Widerspruch, dass man, trotz aller Tätigkeit, „bloß“ ist, zur Realität verhelfen. — In seiner schönsten und tiefsten Form.