Schlagwort-Archiv: Freiheit

Eine Bemerkung zur Unfreiheit des Künstlers

Unfrei ist der Künstler in jenen Augenblicken, in denen ihn etwas derart bedrängt, dass er ihm habhaft werden muss; Eile ist geboten, weil das, was sich zeigt, ihm sofort wieder entgleitet: Frei wird oder ist er erst danach.

Lesewarnung oder…

…versuchte Nötigung des Lesers, seine Meinungsbildung — und damit sein Nachdenken — hintanzustellen.

Stolz:

Selbstbehauptung und Eigenart.

Das Private…

…ist das Verborgene [das vor manchen anderen Verborgene; das, was wir gerne verborgen hätten; das verborgen Geglaubte].

Qualvoll:

Ein Einfall, der, wie eigentlich alle, zu entgleiten droht und nicht festgehalten werden kann.

Kapitalismus und Konsumismus

Vielleicht sind Kapitalismus und Konsumismus in einer sogenannten pluralen, zumindest losen oder immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft, das kleinste gemeinsame Vielfache, der einzige Kit: Das Geld als universaler Quantifikator und der Konsum als geteilte oder nachvollziehbare Haltung (Technik als Notwendigkeit, Begehrlichkeit und Spielerei). — Dass diese beiden auf längere Sicht vereinheitlichend wirken, darf vermutet werden; je stärker diese Vereinheitlichung ausfällt oder erfahren (wahrgenommen) wird, desto eher werden sich „Lager des Protests“ bilden, die dagegen opponieren, weil diese sich und ihre Vorstellungen bedroht sehen, wie auch immer der „Protest“ dann aussieht; diese „Lager“ werden ihrerseits versuchen die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen zu verändern (zu vereinheitlichen), um eine Gegenbewegung (Korrektur) zu erzeugen. — Ein basaler, unausgesprochener Konsens, ruft also, wie eine völlige Vereinzelung, vereinheitlichende (Identität oder Einheit stiftende) Bewegungen ins Leben, wenngleich aus verschieden Gründen. — Freiheit könnte man dann, als Einsicht in die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung, begreifen.

Aufklärung…

…bedeutet Disharmonie.

Die Rolle des Zufalls…

…wird meist unterschätzt. –- Aber das Gegenteil eigentlich, wirkt befreiend.

Ein Rückzieher der NZZ

Markus Spillmann, Chefredakteur der NZZ, entschuldigte sich via Facebook für einen veröffentlichten Kommentar zum Coming-out von Apples CEO Cook:

Weiter auf Begleitschreiben.

Freiheit…

…ist nichts anderes als das Recht des Individuums gegen das Kollektiv, die Tradition oder die Religion; dieses „frei sein von“ schützt es und gibt ihm die Möglichkeit über sich selbst zu bestimmen: Frei zu sein bedeutet, gegen das Unrecht stehen zu können. — Andere Ideen, z.B. jene der Gleichheit vermögen dies nicht. Die Freiheit ist in diesem Sinn fundamental und muss dem Menschen, der in diese Welt unfreiwillig geworfen wird, von allem Anfang an, selbst im Zweifel um ihre Existenz, pragmatisch zugestanden werden.

Darüber darf man allerdings nicht ins Schwärmen geraten und denjenigen nicht trauen, die meinen, dass damit schon allem genüge getan wäre: Damit andere nicht durch Ansprüche oder Akte der Selbstbestimmung („frei sein für“) ins Unrecht gesetzt werden können, die Möglichkeiten der Selbstbestimmung also für alle erhalten bleiben und Freiheitskonflikte gelöst werden können, benötigen wir Bezugspunkte, weitere Ideen, jenseits der Freiheit, die sie dort beschränken, wo sich die Notwendigkeit dazu zeigt: Sie sind weniger fundamental als die Freiheit, ihr aber partiell übergeordnet.

Viele, aber nicht alle dieser weiteren Ideen, kann man auch als mehr oder weniger starke Beschränkungen der Selbstbestimmung (also wiederum der Freiheit) lesen, sie können aber auch anders begründet werden: Wenn die Unversehrtheit von Leib und Leben eine Idee ist, die die Freiheit möglichst schnell Auto zu fahren einschränkt, dann kann man den Unglücksfall, einen Verletzten oder gar Toten, auch als zu vermeidendes Leid betrachten. — Freiheitsbeschränkungen sind immer von einem Gleichheits- oder Gerechtigkeitsgedanken getragen.