Schlagwort-Archiv: Kunst

Gäbe es einen Schöpfer,…

…man müsste ihm die Schönheit der Welt als Zynismus auslegen; so aber kann man sie als Labsal nehmen, sie zu vermehren suchen und sich in Dankbarkeit üben.

Ordnung und Phantasie

Die Gestaltungen unserer Phantasie quellen über den Rahmen, den die Ordnung, die Gewohnheit, das Zurechtgelegte, setzen möchten: Sie wirft alles durcheinander, erzeugt neue, irrwitzige Verbindungen, vielleicht des Spiels, des Lachens, des Scherzes, der Lust am Regellosen, nicht aber eines greifbaren Nutzens, wegen: Ein Kind schert sich nicht um die schwarzen Linien in seinem Malbuch, es fährt darüber hinaus, nicht aus Ungeschick, es achtet sie einfach nicht und malt wonach ihm eben ist*: Wozu etwas Vorgegebenes erfüllen, wenn man etwas Eigenes schaffen kann? Und warum etwas Festlegen, eine Form wählen, wenn das Gezeichnete alles zugleich sein kann? Und warum etwas Nützliches tun, an Regeln und Ziele denken, wenn das Tun selbst schon alles ist?

Doch auch die Phantasie kennt Regeln oder besser: Bestimmungen und Bestimmtheiten, Bezugspunkte, sie schafft im Spannungsfeld von Außen und Innen, ansonsten wäre sie beliebig und ohne Reiz; und diese Regeln können, vielleicht liegt hier einer der Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, implizit, also: unausgesprochen und unerkannt bleiben oder eben explizit, aufgestellt, um aufgefunden zu werden.

* * *

*Dennoch: Es ist ihm ernst damit, vielleicht: ernst mit dem Vergnügen, das ihm sein Tun bereitet und wehe jemand nimmt ihm Papier und Stift aus der Hand.

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Als Geschaffenes…

…bezeichnen wir, was eine Idee erfahren lässt.

Intuition II:

Intuitiv gewonnen ist das, was durch Nicht-denken entsteht; es ist einfach da, zufällig und ohne Einfluss unseres Willens; es ist Ausgangspunkt für systematisches Denken und Arbeiten, für Prüfung, Verfeinerung und Entwicklung.

Intuition I:

Das dem Denken unverfügbar Bleibende (auch: Zufällige).

Die „Dinge“ fesseln…

…auch oder gerade weil man über sie stolpert (und ich stolpere fast immer). — Selbst wenn das den Systematikern ein Graus sein mag.

Entgegen Goya

(oder doch mit ihm?) möchte ich sagen, dass die Unvernunft zu träumen beginnt und auf ebendiese Weise wieder vernünftig wird. [Los Caprichos, Nr. 43]

„Malerei“

Manchmal wünsche ich mir malen zu können oder vielleicht noch besser: zeichnen. Ganz alltäglicher Szenen wegen, die wie zufällig oder nur im Auge des Betrachters über sich hinaus weisen.

Diese Unmittelbarkeit alles oder fast alles auf einmal zeigen zu können ohne Notwendigkeit einer zeitlichen Struktur: Ein Blick, ein Bild, eine Szene; oder ein Ausschnitt, unfertig und doch so wie er sein muss: Ein Detail wird zu einer Welt erhoben.

Reizvolle Widersprüche. Und verträumt ist es auch noch.

Hinter Ruhm und Erfolg steht vielfach

ein Wunsch nach Anerkennung und Selbstbestätigung.

Nichts ist größer als die Musik.

Und doch bleibt, der Sprache wegen, ein unausdeutbarer Rest.