Schlagwort-Archiv: Prosa

Die bleibende Religion

Eine Prosaminiatur. Weiter als PDF.

Ein Spiegel, wie ein Spiegel musst du sein.

Bob Macha tat zwei Schritte rückwärts und sah in den verhangenen Himmel. Jetzt durfte er wieder leben, die Wolken und die Erde lieben! Mehr von diesem Beitrag lesen

Gespräch mit einem Flötenspieler

Nach dem Ende eines Konzerts im letzten Winter, der so unerbittlich kalt gewesen und in dem mir die Musik wie ein unerwarteter Frühling erschienen war, begegnete ich an der Schwelle des Hauses einem Musiker und das wenige was ich über ihn weiß oder zu wissen meine, entnahm ich unserem Gespräch, das sich an unsere Begegnung anschloss und obwohl ich ihn nur über Umwege bedrängte, etwas von sich preiszugeben, wich er mir hartnäckig und beständig aus; ich vermag nicht zu sagen, ob er selbst an dem Konzert mitgewirkt hatte, nur als Zuhörer anwesend oder zufällig unter die Menge geraten war, die nach dem Abschluss aus dem Saal und dem Gebäude drängte; — ich bin mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt ein Instrument beherrschte, obwohl einige seiner Bemerkungen und manche Indizien dafür sprachen und vielleicht hat er sich nur einen Scherz erlaubt und in mir einen unfreiwilligen, aber desto begabteren Mitspieler gefunden. Weiter als PDF.

An einen Traumdeuter

Wer seine Träume verstehen will, sollte sie aufschreiben, sagte ein Bekannter, der beruflich damit zu tun hat, und folglich etwas davon versteht; er meinte, nach dem Aufstehen wäre die beste Zeit, denn das Geträumte verändere sich rasch, und gäbe später keinen Blick mehr in die unbewussten Tiefen des Ich frei; ich erinnerte mich gottseidank, nahm Bleistift und Papier vom Nachtkästchen, und schrieb eilig, ohne das Licht einzuschalten, im morgendlichen Dämmer; – ein wenig war ich dabei von der Angst getrieben, etwas von meinem Traum zu verlieren oder ihn in Unordnung zu bringen. Mehr von diesem Beitrag lesen

WG-Gespräche I

Wir sind Gefäße für den Wahn und die Liebe dieser Welt. Bob drückte seine Schulterblätter nach hinten, und fuhr sich noch einmal durch sein Haar – er war zufrieden. Mehr von diesem Beitrag lesen

Johanna

Soll ich ihren Kopf auf ein goldenes oder ein silbernes Tablett legen? Was meinst du? Eigentlich genügte ja Kunststoff, aber stell dir vor sie würde, so vor den Spiegel gebettet, noch einmal blinzeln, ihr Abbild erblicken, die ikonographische Tradition begreifen, und dann zur Hölle fahren – gäbe es eine würdevollere Bestätigung für Meister und Werk? Mehr von diesem Beitrag lesen

Tretradläufer

Ha! – Triumphierend hielt ich Bob eine vergilbte Seite unseres gemeinsamen Notizbuchs unter die Nase: 27. 8. 2008, der Selbstmord ist logisch nicht zu begründen. Das ist deine Schrift! Mehr von diesem Beitrag lesen

Im Fünf vor Zwei.

Treffpunkt in fünfzehn Minuten im Fünf vor Zwei, ja. Es ist wichtig!
– Was? Nein, ich kann nicht, mein Job… Aber alles was Tom zu hören bekam war ein monotones Tuten. Mistkerl! Mehr von diesem Beitrag lesen

Ein Gespräch…

…das stattfand in einer kleinen Wohnung, die gerne eine Bibliothek gewesen wäre, ihrem Aussehen nach aber einer Altpapierlagerstätte glich. Wir schaufelten
uns den Weg, Sessel und Tisch frei, und setzten uns. Es gab grünen Tee und Kekse. Und noch wichtiger: Bleistift und Papier.
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Pressemitteilung des Instituits für deskriptive, analytische und empirische Literaturforschung.

Wir sehen uns auf Grund mehrfacher, in der Öffentlichkeit getätigter Aussagen, zu einer Richtigstellung derselben gezwungen, wobei wir davon ausgehen, dass diese mehrheitlich auf Missverständnisse, und die Unkenntnis wissenschaflicher Methoden und Ziele zurückzuführen sind. Mehr von diesem Beitrag lesen