Schlagwort-Archiv: Schriftsteller

Plug the book in, Orpheus! Replik auf eine Erwiderung, die ihrerseits wütende Reaktionen auslösen dürfte

Von Prof. Dr. Roman Frost, Geislingen und Paris

Ehrlich gesagt, dear mete, ist für mich der Höhepunkt, früher hätte man gesagt: die Apotheose des bildungsbürgerlichen Denkens, an dieser Stelle Deines Traktats erreicht: „Da man aber durch Zufall und ohne Zwang herein gekommen ist, klopft man sich den Staub von den Kleidern und erkennt, dass das so schlecht gar nicht ist.“ Mehr von diesem Beitrag lesen

Im Grunde bin ich relativ normal.

Ein lesenswertes Interview mit Peter Handke.

Autor, Leser und Literatur

Worte aus ihren gewohnten Zusammenhängen lösen und neue erschließen, das scheint ein entscheidend wichtiger, alleine aber nicht hinreichender Aspekt für die Entstehung guter Literatur zu sein. Gut, das kann hier sowohl rein subjektiv, als auch „objektiv“ im Sinn von Literaturkritik oder -wissenschaft verstanden werden, beides findet seine Berechtigung in einem jeweils spezifischen Wirkungskreis.

Ein Schriftsteller oder Dichter versucht sich am Ungewohnten, Unbekannten, Neuen und so fort: Sein Wagnis ist, dass er sich irrt, und so Neues gar nicht schafft oder aber, dass das Neue zwar neu, aber ohne Tiefenwirkung bleibt, und damit beim Leser oder Kritiker keine Anbindung findet, sie nicht erreicht. Dass sich dieser Vorgang zunächst meist unter Schwierigkeiten vollzieht, ist fast normal, und für sich kein Zeichen von Mangel, bleibt er aber aus, Jahre, Jahrzehnte lang, dann erhärtet sich die Gewissheit, dass der Autor gescheitert ist.

Werbung, Mode, Prominenz, Betrieb, Verkaufszahlen und andere Phänomene und Prozesse verwischen und verzerren diesen Gegensatz, so dass am Ende beide, der Leser allerdings weniger als der Autor, über den Anbindungsgrad im Unklaren bleiben, obwohl sie eigentlich einen ähnlichen Weg, nur von unterschiedlichen Startpunkten aus, gehen: Der Autor vom Gewohnten zum Ungewohnten, Neuen und Leser genau umgekehrt: Er erschließt das zunächst Unbekannte und macht es letztlich zu etwas Vertrautem, zu dem er gerne wieder zurückkehrt.

Schriftsteller?

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Übersetzer

Die tatsächlich „Armen“, d.h. die Vergessenen, des Literaturbetriebs, sind die Übersetzer: Hand hoch, wer fünf Namen auswendig kennt, die nicht zugleich bekannten Schriftstellern gehören! Ich weiß zu meiner Schande nicht einmal einen. — Und staune dennoch immer wieder, dass ein Werk überhaupt in einer anderen Sprache neu geboren werden kann.

Die Würde und das Digitale

Eine Bitte an einen der seltenen Leser hier: Vielleicht hat jemand Lust den Artikel Die Würde und das Digitale von Matthias Politycki aus der letzten Samstagausgabe der Presse zu lesen. Er meint es ganz offenbar ernst, aber möglicherweise habe ich ihn missverstanden, ich las ihn spät Nachts. Jedenfalls wird darin ein seltsamer Vertrauensverlust in das geschriebene Wort, die Literatur überhaupt, offenbar, der dem Autor, selbst Schriftsteller, gar nicht bewusst zu werden scheint. Und auch sein Verständnis von Autor und Schriftsteller wirkt wenig durchdacht. Ein Austausch würde mich freuen.