Schlagwort-Archiv: Spiel

Tempelhüpfen

Mit dem hereinbrechenden Frühjahr begann ich wieder aus dem Fenster meiner Wohnung, die im zweiten Stock eines kleinen Hauses in Favoriten, dem 10. Wiener Gemeindebezirk, lag, in den langgezogenen Innenhof hinunter zu schauen. Im Winter blieb der Hof eigenartig still und ich hielt mein Fenster geschlossen, da die kalte Luft durch die Spalte zwischen Fensterrahmen und Flügel zog, die ich mit Tüchern und Decken abzudichten suchte: Ich verfluchte beinahe täglich die Hausverwaltung, die stets vorgab, die offensichtlichsten Schäden reparieren zu lassen, die den Tischler vorbeischickte, um einen Kostenvoranschlag vorzunehmen, aber dann nichts mehr von sich hören ließ. Ich hüllte mich in dicke Decken, denn ich saß gerne neben dem Fenster und las, trotzdem der unter dem Fensterbrett hängende Heizkörper den Luftstrom kaum zu erwärmen vermochte.

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Eine Bemerkung zur Unfreiheit des Künstlers

Unfrei ist der Künstler in jenen Augenblicken, in denen ihn etwas derart bedrängt, dass er ihm habhaft werden muss; Eile ist geboten, weil das, was sich zeigt, ihm sofort wieder entgleitet: Frei wird oder ist er erst danach.

Gesellschaft,…

…das ist das Spiel nach fremden Regeln.

Fröhlichkeit des Seinlassens

Spielerisch möchte ich noch hinzufügen, wenig ernst, über und auf die Dinge springend; im Ansatz übermütig: Leichtigkeit der Existenz; etwas von Ungebundenheit und Abgehobenheit, aber nur etwas (die Freude ist irdener, schwerer, gerichteter; verbindender und verbindlicher).

Jetzt ist,

wenn ich schreibe oder spiele.

In jedem Lächeln…

…liegt ein Moment von Offenheit, von Unausdeutbarkeit und eine sanfte, spielerische, ja liebevolle Überlegenheit.

Spiel, Spielender und Spieler

Blinder Zufall ist noch kein Spiel, ihm aber manchmal in seiner Beliebigkeit nahe: Weder Spielender noch Spieler brauchen ein Bewusstsein von ihrem Tun, aber Probe und Versuch innerhalb von Verbindlichkeit, Idee, Rahmen und Regel. Im extremsten Fall bedeutet die Regel dem Zufall auf eine bestimmte Art und Weise alles entscheiden zu lassen. — Der Spieler vertraut dem Zufall, setzt auf ihn, auch auf ihn. Der Spielende wird ihn nutzen, wenn er einen Platz innerhalb der Verbindlichkeit einnehmen kann oder diese stimmig zu verändern und erweitern vermag.

Ernst und Spiel

Das Spielerische trägt den Keim des Ernstes, sein Gegenteil, schon immer mit sich: Aber er ist nicht Teil des Spiels selbst, für den Spielenden ist er ohne Bedeutung, aber den Umstehenden und Zusehern schlägt er mit aller Gewalt ins Gesicht.