Schlagwort-Archiv: Stimme

Die Setzung der Stimme

Das Existenzielle der Literatur ist die Gesetztheit der Stimme, die ohne den Stil nichts ist und sich doch nicht in ihm erschöpft: Die Stimme nötigt uns, sie für eine, – nein: die! –, Welt zu nehmen, von der wir wissen, dass sie es nicht ist und nicht sein kann und der wir uns doch nicht entziehen können. — Der Anspruch der Stimme geht über ihr Vermögen eine solche zu sein, durch ihre Beredtheit hinaus und dadurch wird sie, was sie ist: Andernfalls wäre sie bloß eine unter vielen und ohne Bedeutung.

Rückkehr und Stimmen: 3. Fort und wieder: zurück.

Meinen Alltag habe ich als ein Fremder betreten und nicht einmal von seinen Zumutungen kann ich sagen, dass sie die meinen wären: Beide, Bekenntnis und Nötigung, bleiben mir versagt und das Tagwerk, das stets gierig nach mir verlangt hatte, sah mich nicht einmal an: So blieb ich sitzen, bis es Abend wurde, rauchte, trank Tee und ließ die Zeit vergehen. Mehr von diesem Beitrag lesen

Stimmbildung

Das Subjektive muss in Szene gesetzt werden, als spräche man die selbstverständlichste Allgemeinheit aus: Erst dann taugt es.

Stimmen, Erzähler und Charaktere…

…sind temporäre Identifikationen und Verdichtungen: Der Autor ist sie und sie sind der Autor, aber nur in eben diesem Sinn und mit Konsequenzen für das (moralische) Urteil, genug.

Erzählen bedeutet, zuallererst:

Hören.

Durch den Formungsprozess

vermengen sich Tonfall und Fakten zu einer Stimme, die aufgrund ihrer inhärenten, individualisierten Logik unangreifbar erscheint; man kann ihr, im Sinne von Argumenten, nicht widersprechen, sie bloß anhören und akzeptieren oder eben nicht.

Schreiben

Ich leihe ihm meine Stimme.
Meine?
Ich bin er!

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Die Stimme des Erzählers

Eine Stimme finden ist alles, aber sie wird sich nur über einem Grund von Stille erheben. Mehr von diesem Beitrag lesen